Geilenkirchen: Bürgermeister als Jellekerker Oberpolier

Geilenkirchen : Bürgermeister als Jellekerker Oberpolier

Das war ein vielversprechender Neuanfang, ein Start in eine neue Ära, wie er besser hätte nicht sein können. Mit einem von regionalen Akteuren gestalteten Programm der Superlative und guter Stimmung bei ihrer Galasitzung ließ der Geilenkirchener Karnevalsverein (GKV) nach fast zehn Jahren den Saal-Karneval wieder aufleben.

Der Saal-Karneval spielte sich allerdings im fast ausverkauften Zelt ab, das mitten auf dem Marktplatz in der City dem närrischen Volk Einlass gewährte. Kaum im Trubel eingetaucht, schallte das erste „Jellekerke Alaaf” durch die Narrhalla.

Tamara Black und Franz-Michael Jansen begleiteten mit ihrer Moderation den über fünfstündigen Programmreigen, der eigentlich kaum Wünsche offen ließ. Das Fanfarenkorps „Rote Funken” des „Würmer Wenk” spielte anfangs mit viel Power die Vertreter des Geilenkirchener Karnevalsverein auf die Bühne, begleitet von den „Stardust-Kids”, der jungen Tanzgruppe von Germania Bauchem. Moderatorin Tamara Black gab sogleich das diesjährige Motto der GKV-Karnevalisten bekannt und das passt in die Landschaft: „Jellekerke is en Baustell - wir sin am baue”.

Co-Moderator Franz-Michael Jansen begrüßte sofort mit Bürgermeister Andreas Borghorst den „Oberpolier aller Baustellen.” Die 16-köpfige Stardust-Kids Formation unter Trainerin Simone Rahmen bewältigte dann mit Bravour ihren erst zweiten Auftritt, gefolgt von Solomariechen „Jil”. Erst 14 Jahre ist Anna Franken aus Stahe alt, aber seit ihrem sechsten Lebensjahr steht sie in der Bütt. Hier machte sie als „Selfkantsternchen” vielen „altgedienten” Büttenrednern Konkurrenz. „Bei uns zu Hause, da jeht die Post ab”, war ihr Motto und nahm dies dann wörtlich.

Schlagersänger Manfred Odinius, bekannt als „Manni O” holte mit Stimmungsliedern die Menschen im Zelt von den Sitzen. Kürzlich hat er seine eigene CD veröffentlicht und deshalb präsentierte er in Geilenkirchen sein neues „Mäh”-Lied. Eine tolle Polka lieferten die zehn Mädels der Prinzengarde Straeten. Das Publikum hatte den Eindruck, als wäre Straeten ein Stadtteil von Geilenkirchen, denn gleich sechs Beiträge des Abends wurden von Karnevalisten aus der Heinsberger Ortschaft gestaltet.

Hinter dem Parodisten-Duo „Die 2 Lausbuben” aus Düsseldorf verbergen sich Uwe Hillers und Manfred Schaffrath. Mit Witz und Gesang bereicherten sie die Kappensitzung des GKV, bevor mit dem „Singenden Wirt” Helmut Schröders erneut ein „Straetener Jung” die Stimmung weiter anheizte. 14 „staatse Männer” der Prinzenwache Straeten eroberten im Anschluss die Herzen der Frauen im Sturm mit einem sehenswerten Gardetanz.

Wieder ließ sich Helmut Schröders auf der Bühne blicken, diesmal mit seinem Sangespartner Ralf Schmitz. Als „Der Eine und der Andere” begeisterten sie mit Kölsche Lieder und „Gassenhauer”. Nachdem Franz-Michael Jansen die befreundeten Vereine das Komitee Geilenkirchener Karnevalsgesellschaften (KGKG) dem Publikum vorgestellt hatte, bat er aus gegebenem Anlass für eine kurze Schweigeminute.

Die Vertreter der KG „Lott se loope” Immenwauweiler, deren Dreigestirn in diesem Jahr die „Stadtherrschaft” übernommen hat, nahmen an der Bühnenpräsentation nicht teil. Franz-Michael Jansen bat die Besucher um Verständnis, denn: „Der Sohn von Immenwauweilers Sitzungspräsident Jürgen Plein wurde heute durch einen tragischen Verkehrsunfall aus dem Leben gerissen.”

Jansen stellte dann kurz den neuen Nacksenordenträger Christoph Kleuters vor und ernannte Unternehmer und CDU-Fraktionsvorsitzenden Wilhelm-Josef Wolff zum neuen Senator. Nach diversen Ordensverleihungen tanzten sich die 18 Mädels von „Stardust” durch das Publikum auf die Bühne. Es folgte ein Super Showtanz der für den FC Germania Bauchem auftretenden Gruppe, mit schönen Hebefiguren. Die Trainerinnen Carola Kannengießer und Simone Rahmen erhielten für die tolle Darbietung Blumen, bevor „Stardust” um eine Zugabe nicht herum kam.

Die „Los Cabaleros”, von Tamara Black, angekündigt als „schönste Männer aus Straeten”, erschienen als Römer-Legion und boten eine fest artistische Glanzleistung - das Publikum tobte. Hinter den folgenden „MoGeBiSis” verbargen sich acht junge Frauen, die in entsprechenden Gewändern André Rieu und sein Orchester parodierten, begleitet von den „3 jungen Tenören”. Ein toller Lacherfolg, dem sich mit den „Inderebellen” aus Eschweiler mit einem musikalischen Stimmungsfinale anschloss.