Waldfeucht-Bocket: Bürger-Infoabend in Bocket zum Thema Windkraft

Waldfeucht-Bocket: Bürger-Infoabend in Bocket zum Thema Windkraft

Das Bürgerinteresse beim Infoabend in der Alten Schule in Bocket war riesig und das nicht ohne Grund. Bekanntlich stehen Überlegungen der Verwaltung über die Ertüchtigung (Repowering) des alten Windparks Waldfeucht 1 an, das heißt, die alten Windräder sollen zurückgebaut werden, dafür sollen 200 Meter hohe „Windmühlen” in den Himmel ragen.

Vertreter der Firma Frauenrath und der PNE-Wind AG stellten die neuen Riesenmühlen dem interessierten Publikum vor, welches nicht nur aus Bocket gekommen war um sich die Konzeption anzuhören. Sie hörten aus Sicht der Firmenvertreter natürlich nur Positives, denn im Gegensatz zu den alten Windrädern sollen die neuen viermal mehr elektrische Energie erzeugen, sich langsamer drehen und dadurch leiser sein, außerdem soll nachts der Schallgrenzwert von 45 Dezibel nicht überschritten werden, da sie automatisch „gedrosselt” werden können.

Doch beim Schattenwurf, der im Jahr nur acht Stunden betragen soll, wurde Leo Nießen aus der Kirchstraße hellhörig. Nach seiner Aussage werde er von Dezember bis Ende Januar von einem echten „Schlagschatten” nachmittags im Wohnzimmer heimgesucht, welcher beim Lesen oder Fernsehschauen sehr unangenehm sei. Er wurde von den Experten beruhigt, die acht Stunden Schattenwurf im Jahr müssen bei den neuen Windrädern gesetzlich eingehalten werden. Die Frage nach der Anzahl der Riesenmühlen konnte nicht eindeutig beantwortet werden, falls sechs gebaut werden, muss auch die Gemeinde Selfkant mit ins Boot, ansonsten werden in der Gemeinde Waldfeucht im Windpark 1 voraussichtlich höchstens vier Windräder gebaut werden.

Des Weiteren wurden noch die Themen Einspeisevergütung für die Gemeinde, Flächenpacht für die Landwirte und die Instandsetzung der landwirtschaftlichen Wege angesprochen.

Auf Nachfrage unserer Zeitung meinte Dezernent Herbert Thißen: „Wir sind mit dem Verfahrensstand erst am Anfang, deshalb können wir auch noch nicht ins Detail gehen.”