Stolberg-Breinig: Breinig zwischen Rokoko und Spanien

Stolberg-Breinig : Breinig zwischen Rokoko und Spanien

Kleine Fußballer mit großen Hoffnungen: Mit dem Banner „SV Breinig goes to Bundesliga” machte der kickende Nachwuchs beim Rosenmontagszug unmissverständlich unmissverständlich klar, was seine Ambitionen sind. Hohe Erwartungen hatten aber nicht nur die jungen Fußballer, sondern auch die vielen Zuschauer am Straßenrand.

Sie wollten einen Rosenmontagszug mit Pepp - und den bekamen sie auch. Dafür sorgten Karnevalisten aus Breinig, Venwegen und Breinigerberg gemeinsam.

Man brauchte nicht nach Amerika zu fahren, um die Freiheitsstatue zu sehen: Gleich 15 „Miss Liberties” spazierten auf Breinigs Straßen,die Mitglieder der Breinigerberger Karnevalsgruppe Schüttelfrost hatten sich als Freiheitsgöttin verkleidet. Auch Micky-Maus und Freundin Minni wurden in doppelter und dreifacher Ausfertigung im Zug gesichtet.

Was ebenfalls ein Beitrag der Breinigerberger Fraktion war, die seit vielen Jahren fester Bestandteil beim Rosenmontagszug in Breinig ist. Ehrensache, dass die amtierende Prinzessin Bärbel I. (Mohr) nicht fehlen durfte und auf dem Wagen tanzend die närrische Fangemeinde eroberte.

In Alt Breinig setzte sich der närrische Lindwurm in Bewegung, schlängelte sich von dort aus in Richtung Hauptstraße. Insgesamt 21 Gruppen und Wagen - darunter das Trommler- und Pfeifercorps Breinig sowie ein befreundeter Musikzug aus Lüdenscheid - marschierten bzw. rollten begleitet von lauten „Alaaf”-Rufen durch den Ort.

Sonnenkönig Ludwig XIV. hätte seine Freude an den Sündenböcken Breinig gehabt, die das Rokoko-Zeitalter karnevalistisch zelebrierten. So schön die Rokoko-Kostüme auch anzusehen sind: Zum Umherflitzen sind ein wenig hinderlich, aber was nimmt ein Sündenbock nicht alles in Kauf, um närrisches Entertainment zu bieten.

Das große wie das kleine Kaiserpaar der Sündenböcke kam auf einem eigenen Wagen daher, brachte kiloweise Kamelle unter das Volk. „Viva la Breinig Olé”: Das Thema Spanien hatte der örtliche Hahnenverein aufgegriffen. Aus Venwegen mit Kind und Kegel angereist waren die Vennkatzen.

Im Visier der Vennkatzen - das Fußvolk hatte sich als Mitarbeiter des Ordnungsamtes Aachen verkleidet - waren Falschparker: Die Idee, sich als Bedienstete des Ordnungsamtes zu kostümieren, ist in Anlehnung an Prinz Hermann-Josef I. (Hülbusch) entstanden, der als Ordnungshüter seine Brötchen verdient.

Die Ordnungshüter hatten es aber nicht nur auf Falschparker abgesehen, sondern auch auf all zu flirtfreudige „Damen” - solche wie die der dritten Mannschaft des SV Breinig, an deren Weiblichkeit jedoch angesichts von Bartstoppeln berechtigte Zweifel aufkamen. Schade war, dass es stetig regnete, denn so verschwanden einige sehr schöne Kostüme unter Plastikfolien.

Aber verderben lassen sich die Jecken in Breinig die Stimmung vom Wetter nicht, da würde selbst bei Orkan gefeiert und von der internationalen Fußballkarriere geträumt.