Durch Hitze begünstigt: Borkenkäfer macht Wald zu schaffen

Durch Hitze begünstigt : Borkenkäfer macht Wald zu schaffen

Die Hitze der vergangenen Monate hat für eine wahre Bevölkerungsexplosion gesorgt — nicht in der Stadt natürlich, fatalerweise aber bei einer höchst problematischen Spezies im Aachener Wald: Massenweise Borkenkäfer machten und machen sich an den Fichtenbeständen im städtischen Forst zu schaffen.

Seit 1947 ist die Plage nicht mehr derart heftig ausgefallen, wissen die Experten. Und keiner kann derzeit sagen, wie viele Bäume dem Schädling im Laufe des im Oktober startenden neuen Wirtschaftsjahrs noch zum Opfer fallen. Im Hinblick auf die geplanten sogenannten Einschläge — also die kalkulierte Gesamtzahl niederzulegender Fichten — hat der Leiter des Forstamtes, Dr. Gerd Krämer, daher jetzt die Notbremse gezogen.

Bis auf Weiteres, erklärte Krämer den Politikern im Umweltausschuss des Rates, sei der Einschlag von Frischholz aus gutem Grund gestoppt worden. „Wie hoch die Zahl der Käfer nach dem Winter sein wird, hängt entscheidend von der Witterung ab“, erklärte er. Sollte auch das Frühjahr besonders warm und trocken ausfallen, müsse weiter mit einem enorm hohen Bestand gerechnet werden.

Laut Plan sollen bis Ende September 2019 maximal 10.000 Kubikmeter Fichtenholz erwirtschaftet werden. Momentan kalkuliert Krämer jedoch nur die Hälfte, also 5000 Kubikmeter ein. 1500 Kubikmeter sind bereits geschlagen worden. „Im Augenblick sind wir permanent im Wald unterwegs, um uns ein Bild von der Situation zu machen“, sagt der Amtsleiter.

Altbestände durch Friederike

Krämer geht davon aus, dass sich die Experten bis zum Ende des laufenden Jahres einen Überblick über den Umfang der entstandenen Schäden machen können. Zunächst habe man vor allem eine Vielzahl verbliebener Altbestände, die bereits zu Beginn des Jahres dem verheerenden Sturm Friederike zum Opfer gefallen waren, aus dem Wald herausgeholt.

Krämers Bitte, die Zahl der Einschläge nach dem kommenden Frühjahr daher vorerst offen zu lassen, kamen die Politiker im Ratsausschuss nach. In absehbarer Zeit soll der Forstamtsleiter weiter zum Stand der Dinge berichten.

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