Digitaler Helfer im Seniorenzentrum: Blühende Gärten und Fische im Aquarium

Digitaler Helfer im Seniorenzentrum : Blühende Gärten und Fische im Aquarium

Mit einem Gerät, das Bilder und kleine Filme an die Wand projiziert, macht die AWO Gesellschaft für Altenhilfeeinrichtungen in ihren Seniorenzentren gute Erfahrungen – gerade in Zeiten der Corona-Pandemie.

Das Gerät sieht aus wie ein Heizofen auf Rädern. In den AWO-Seniorenzentren Kennedypark und Morillenhang war der neue „Kollege“ auch schon manche Stunde im Einsatz. „Und das Gerät kommt total gut an“, bilanziert Einrichtungsleiter Martin Wehr. Seit ein paar Wochen testen beide Einrichtungen die Anlage namens Qwiek.up, ebenso weitere Häuser, die die AWO Gesellschaft für Altenhilfeeinrichtungen mbH in der Region betreibt.

Wer im Altenheim lebt, ist oft hochbetagt, manchmal auch schwer krank. Da ist es nicht einfach, trotzdem ein wenig am Leben teilzunehmen. Die Corona-Pandemie hat die Situation in den Pflegeheimen noch verschärft. „Wir versuchen, mit individuellen Angeboten in den Wohnbereichen dagegenzuhalten“, berichtet Wehr. Mit dem Qwiek.up habe man jetzt erstaunlich gute Ergebnisse erzielt.

Das Gerät ermöglicht es, Bilder oder kleine Filme vorzuführen. Man braucht dafür nur ein (möglichst großes) Stück Wand. Für bettlägerige Patienten können die Bilder an die Zimmerdecke projiziert werden. Die Zuschauer können dann virtuell durch den Wald spazieren, sich an einem blühenden Garten erfreuen oder Fische im Aquarium bestaunen. „Bei etlichen unserer Bewohner erleben wir plötzlich wieder Reaktionen“, berichtet Wehr. Manche lebten deutlich auf. Auf andere, die häufig sehr unruhig sind, hätten die Bilder eine beruhigende Wirkung.

Auch der stellvertretende Pflegedienstleiter Sebastian Nahorniak ist begeistert von den ersten Erfahrungen mit dem Gerät. Sitzt ein Grüppchen von Senioren zusammen, so lassen sich über die Bilder recht einfach Gespräche in Gang bringen, hat er beobachtet. Man schaut nicht nur zu, man ist ein Stück weit mittendrin. Hunde oder andere Haustiere kommen bei den Bewohnern am Morillenhang besonders gut an.

Mit Qwiek.up lassen sich aber auch ganz persönliche Eindrücke transportieren. Angehörige können Fotos oder Filmsequenzen aus dem Urlaub oder von Familienfeiern über einen USB-Stick abspielen. Mit dem „persönlichen Erlebnismodul“ kann die Oma bei der Hochzeit des Enkels zumindest ein wenig teilnehmen.

Entwickelt wurde das Gerät in den Niederlanden. In dortigen Altenheimen habe mittlerweile jeder Wohnbereich so ein Gerät, hat Wehr erfahren. So weit ist man am Kennedypark und am Morillenhang noch lange nicht. Denn mit rund 6000 Euro pro Gerät ist die Anschaffung auch nicht gerade günstig. Die AWO-Gesellschaft konnte die Anschaffung von insgesamt fünf Geräten über eine Zuwendung der Lotterie Glücksspirale finanzieren.