Aachen: Bildungsberater setzen auf den persönlichen Kontakt

Aachen: Bildungsberater setzen auf den persönlichen Kontakt

In der Weiterbildung gibt es eine enorme Fülle von Angeboten. Allerdings kann es für Einzelne schwierig sein herauszufinden, welches Angebot am besten zu den eigenen Stärken und zur Lebenssituation passt.

Mit der Bildungsberatung will die Städteregion Orientierung bieten. Rund 140 Bildungsberater sowie Vertreter von Bildungsträgern und Verwaltungen diskutierten jetzt über Lösungsschritte. Um Bildungswilligen die Orientierung zu erleichtern, hat die Städteregion einen Bildungskompass entwickelt, der über Weiterbildungs- und Beratungsangebote informiert. Zudem wurden sogenannte Bildungsberatungslotsen ausgebildet. Eine von ihnen ist Sabine Lampenscherf, die in der KAB-Beratungsstelle für Arbeitslose in Aachen arbeitet. „Es geht darum, den Blick für die Weiterbildungsberatung zu schärfen”, sagt sie. So leitet sie viele Menschen zur Volkshochschule (VHS). Wenn sich jemand selbstständig machen möchte, stellt sie etwa den Kontakt zur zuständigen Kammer her. Und Müttern, die eine Ausbildung in Teilzeit machen möchten, informiert sie über das Angebot des Sozialwerks Aachener Christen.

Auch in den Kommunen im Altkreis sind Bildungsberater aktiv. „Wir haben festgestellt, dass es in der Bildungsberatung ein starkes Stadt-Land-Gefälle gibt”, sagt Simone Bayer vom städteregionalen Bildungsbüro. Daher wurde vieles, was in Aachen funktioniert, auf andere Städte übertragen. Ziel ist, dass die Beratung mehr Zuspruch findet. Allerdings: „Wir haben das große Problem, dass die bildungsfernen Schichten nicht zu uns in die Beratung kommen”, sagt Dr. Ulrich Heinemann vom NRW-Ministerium für Schule und Weiterbildung. Er spricht sich daher für „aufsuchende Bildungsberatung” aus. Denn schon heute kommen viele nur zur Beratung, wenn sie über persönliche Kontakte darauf aufmerksam gemacht wurden, sagt Dr. Nicole Ehlers, Bildungsberaterin an der VHS Aachen.

Ein gutes Beispiel stellte Sebastián Merle, Leiter der Dresdner Bildungsbahnen, vor. In Dresden arbeite man mit einem „Bildungsbus”. „Wir haben gemerkt, dass unsere Angebote nicht niedrigschwellig genug sind.” Daher fährt der Bus nun regelmäßig in die Stadtteile Dresdens und informiert die Einwohner vor Ort. Im Altkreis gibt es mit dem Info-Mobil seit Jahren ein ähnliches Modell für den Bereich Wiedereinstieg in den Beruf nach einer Familienphase.