Biennale „Kulturhauptstadt Mons“

„Kulturhauptstadt Mons“: Ausstellung Niki de Saint Phalle: „Hier ist alles möglich”

Im Kunstzentrum der europäischen Kulturhauptstadt des Jahres 2015 läuft vom 15. September 2018 bis 13. Januar 2019 eine bemerkenswerte Ausstellung über das Schaffen einer der bedeutendsten weiblichen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts — Niki de Saint-Phalle. Über drei Ebenen mit 2000 m² Ausstellungfläche erstreckt sich das ambitionierte Museum der Schönen Künste (BAM) von Mons.

Moderne architektonische Konzeption und lichtdurchflutete Ästhetik bringen die Werke zur Geltung. Die Ausstellung bildet das Herzstück und den Auftakt der ersten Biennale „Kulturhauptstadt Mons“ von September 2018 bis Juni 2019, mit der Mons an seinen Auftritt als Europäische Kulturhauptstadt 2015 anschließt.

„Hier ist alles möglich”

© Niki de Saint Phalle, Last night I had a dream, 1968-1988 © 2018 NIKI CHARITABLE ART FOUNDATION, All rightsreserved. Photo: © Courtesy Galerie De Jonckheere

Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf ihr größtes Werk: In der Toskana schuf Niki de Saint-Phalle mit ihrem Skulpturenpark, dem Tarot-Garten, einen Fantasieort, an dem alles möglich ist. Dieser steht exemplarisch für de Saint Phalles Arbeiten und Visionen.

© Niki de Saint Phalle, Baigneurs, 1981, Donation Maurice Duvivier, propriété de la Communauté française, en dépôt à l’Artothèque, Mons © 2018 NIKI CHARITABLE ART FOUNDATION, All rightsreserved. Photo: © Atelier de l’imagier

Die Ausstellung in Mons beleuchtet nicht nur den Lebenslauf der Künstlerin, ihr komplexes und vielfältiges Lebenswerk, ihre Weltsicht, ihre Fantasie als Impulsgeber in einer von Männern dominierten Welt, sondern widmet sich auch ihrer faszinierenden Persönlichkeit als Kämpferin für die Gleichbehandlung. In vielen Kunstrichtungen machte sie sich einen Namen: Malerei, Bildhauerei, Performances vor Publikum, und das nicht nur in geschlossenen Räumen wie Museen. Durch ihre außergewöhnlichen Ansätze und ihre grenzenlose Fantasie schaffte sie es, sich in der Männerdomäne Kunst zu etablieren und erreichte internationale Anerkennung. Dabei erreichte sie mit ihrer Ausdruckskraft eine breite Masse. „Hier ist alles möglich“ gibt einen Überblick über ihre Arbeit und ihre darin verarbeiteten Themen: Wut, Gewalt, Partizipation, Mythologie, Märchen und Weiblichkeit.

Ein faszinierendes Lebenswerk

Niki de Saint Phalle wurde 1930 in Neuilly-sur-Seine bei Paris geboren und starb 2002 in San Diego. Sie zählt mit ihrem umfangreichen Schaffenswerk zu den bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Nach einem Nervenzusammenbruch findet sie im Zuge der therapeutischen Behandlung zur Malerei und entscheidet sich, künstlerisch tätig zu werden. Fortan nutzt sie ihre Kreativität als Ventil, um ihre Erlebnisse auf unterschiedliche Weise zu verarbeiten. Ihre Kunst wird zu einem persönlichen Befreiungsschlag, aber auch zu einem fantastischen Spiel, in dem sich ihr Leben in bizarren Gestalten und traumhaften Welten widerspiegelt und für den Betrachter greifbar wird. Sie hat ein faszinierendes Werk hinterlassen, das in allen bedeutenden Museen auf dem Globus gezeigt wird.

Biennale Kulturhauptstadt Mons

Mit der Ausstellung startet auch die erste Biennale „Kulturhauptstadt Mons“, die bis Juni 2019 läuft. Neun Monate lang wird Mons, die Europäische Kulturhauptstadt 2015, mit einem vielfältigen Programm bespielt: Ausstellungen, Theater, Tanz, Zirkus, Musik und leckeres Essen. Partizipation ist erwünscht, die Biennale soll eine Einladung sein, urbanen Raum zu erobern.

(pr)