Kreis Düren: Betriebe haben Schulabgängern etwas zu bieten

Kreis Düren: Betriebe haben Schulabgängern etwas zu bieten

„Es kommt uns darauf an, die ganze Bandbreite darzustellen”, sagt Hans-Helmut Sowka, Geschäftsführer der Vereinigten Industrieverbände (VIV) - und meint damit die Ausbildungsbörse im Dürener Haus der Stadt. Sein Ziel hat der VIV-Geschäftsführer in der Tat erreicht.

Denn Hunderte von Schülerinnen und Schülern aus dem gesamten Kreisgebiet nutzten die Ausbildungsbörse, um sich bei der Polizei, dem Kreis sowie einer Reihe von anderen Behörden und Betrieben über deren Angebote für junge Menschen zu informieren.

Der Reiz der Börse bestand nicht nur darin, die künftigen Ausbilder schon einmal von Angesicht zu Angesicht kennenzulernen oder die - teils spielerisch dargestellten - Produkte der potenziellen Lehrherren in Augenschein zu nehmen.

Viele, so zum Beispiel das RWE-Ausbildungszentrum in Niederzier und der Verpackungshersteller SIG Combibloc aus Linnich, setzten auf das Werbemedium mit dem höchsten Glaubwürdigkeitsfaktor: Lehrlinge aus den eigenen Reihen suchten und fanden das Gespräch mit gleichaltrigen Besuchern.

Ein anderes Plus der Börse: die Breite des Spektrums von Informationen. Ob es nun Herrn und Frau Normalverbraucher junior zur Polizei, zur Bahn, in die heimische Papier- und Metallindustrie, mit Schwamm und Eimer in der Hand zu den Gebäudereinigern oder in die Bundeswehr zog: Wer als Arbeitgeber Schulabgängern etwas zu bieten hat, zeigte Präsenz.

Besuch im Klassenverband

Harald Küst, Geschäftsführer der Dürener Agentur für Arbeit, und VIV-Geschäftsführer Sowka, die mit Landrat Wolfgang Spelthahn und Stefan Grießhaber von der Job-Com die Ausbildungsbörse initiiert haben, nahmen die gut und meist im Klassenverband besuchte Veranstaltung zum Anlass, die Situation junger Menschen an der Schwelle zum Berufsleben einer Betrachtung zu unterziehen.

Harald Küst zum Beispiel riet Bewerbern, lokale und regionale Perspektiven nicht aus dem Blick zu verlieren: „Manche Jugendliche wissen nicht, welche Chancen es hier bei mittelständischen Unternehmen gibt.”

Als Mann der Industrie nahm Hans-Harald Sowka die Erziehungsberechtigten in die Pflicht: „Wir sehen, dass die Eltern ihre Kinder unzureichend bei der Berufswahl unterstützen.”

Der generelle Trend gefällt dem Geschäftsführer ebenso wenig: „Die gewerblich-technischen Berufe kommen oft zu kurz.” Im Übrigen nimmt Sowka nicht nur die Eltern in die Pflicht: „Wir wollen, dass die Schulen besser werden.”

Landrat Spelthahn hat einen heißen Tipp für die, die an ihre Zukunft denken: den Pflegesektor, „schon, weil es immer mehr alte Menschen gibt”. Arbeitsagentur-Chef Küst hat ebenfalls seine Favoriten: Gesundheit und Soziales, Forschung und Entwicklung sowie „anspruchsvolle Berufe im industriellen Bereich”.