München: Bei Schauspieler Maximilian Brückner läuft es

München : Bei Schauspieler Maximilian Brückner läuft es

Maximilian Brückner geht gerade in seiner Arbeit auf. Kein Wunder, ist der Schauspieler doch ein gefragter Mann, vor der Kamera ebenso wie auf der Bühne. „Es läuft eigentlich die ganze Zeit schon gut, aber gerade ist es wie ein Geschenk”, sagte der 37-Jährige im Interview der Deutschen Presse-Agentur in München.

2017 wird der einstige Saarbrücker „Tatort”-Kommissar im ZDF als Martin Luther zu sehen sein. Bis Anfang 2017 dreht er fürs Zweite den ZDF-Dreiteiler „Tannbach II”. Und an diesem Sonntag (21.45 Uhr) startet im Ersten das vierteilige Drama „Mörderisches Tal - Pregau”. Darin spielt Brückner den braven Provinzpolizisten Hannes, der durch einen dummen Zufall in eine Spirale aus Lügen und Gewalt bis hin zu Mord gerät.

Frage: Hannes wirkt anfangs ganz normal und zuverlässig - bis sein Leben plötzlich aus dem Ruder läuft. Wie kann es zu so etwas kommen?

Antwort: Da reichen drei Sachen, die blöd laufen, oder eine Fehlentscheidung, dann ist es wie ein Dominoeffekt, und es zieht dich da rein. Die Spirale geht ganz schnell nach unten. Jeder kennt einen Menschen, da passieren zwei, drei Sachen, und dann ist das ganze Leben aus den Fugen geraten.

Frage: Wie war es für Sie, die Figur des Hannes über vier Teile hinweg zu entwickeln?

Antwort: Man kann alles in Kürze erzählen, aber da fällt ganz viel an der Seite weg. Man kann zwar alles auf 120 oder 90 Minuten pressen, dann kann man den Hauptfiguren folgen. Aber Filme wie „Pregau” leben ja davon, dass da ein ganzes Universum aufgemacht wird. Man kann in Serien und Mehrteilern einen Riesenkosmos erzählen. Ich mag diese Erzählform wahnsinnig gerne, und sie kann einen auch süchtig machen. Man will wissen, wie es weitergeht. Ich war in den Figuren so drin. Ich war richtig traurig, als der Dreh vorbei war.

Frage: Gab es für Sie eine besondere Szene?

Antwort: Ich hatte Schiss vor einer Szene, in der ich in einer Bar tanze. Ich bin nicht der Obertänzer. Ich kann zwar schon tanzen. Aber am Set, und mit Cowboyhut...

Frage: Sie sind an zahlreichen andere Projekten beteiligt, unter anderem haben Sie Martin Luther gespielt. Wie war das?

Antwort: Das war auch so toll, allein die Sprache. Deutlich zu sprechen, die Worte trotzdem so normal hinzuhauen und dann auch wieder theatralisch wirken zu lassen, wenn man vor den Erzbischöfen steht.

Frage: Eine Glückssträhne?

Antwort: Ich kann mich echt nicht beschweren (klopft auf Holz). Ich habe immer versucht, verschiedene Sachen zu machen. Ich drehe jetzt seit Mitte Juli. An den Wochenenden musste ich nach Berlin und Hamburg fliegen, dann Leseprobe, Kostümprobe, Maskenprobe. Es war viel zu tun.

Frage: Gab es eine Gänsehaut-Szene bei Luther?

Antwort: Mit 100 Komparsen in der Riesenhalle vor dem Kaiser, und du stehst da in der Mitte und sagst: Hier stehe ich und kann nicht anders. Was ich auch beeindruckend finde, sind diese Kirchen, in denen wir gedreht haben.

Frage: Wie entspannen Sie in dem ganzen Stress?

Antwort: Zuhause. Eigentlich ist es nur, zuhause zu sein. Familie, Freunde, ganz normal wie jeder andere auch.

Frage: Und wie findet das Münchner Volkstheater da noch Platz?

Antwort: Das hat Platz, ich spiele die ganze Zeit, und im Februar kommt ja ein neues Stück am Volkstheater. Ich habe gerade mit Christian Stückl geredet, im Februar machen wir wieder was Neues. Da würde ich auch gerne mal wieder ganz was anderes ausprobieren.

ZUR PERSON: Maximilian Brückner hat seine schauspielerische Karriere am Münchner Volkstheater begonnen, noch während seiner Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule. Seitdem ist er der Bühne unter dem Intendanten Christian Stückl treu geblieben, trotz erfolgreicher Ausflüge ins Filmgeschäft. Er war „Tatort”-Kommissar in Saarbrücken, spielte unter Doris Dörrie in „Kirschblüten - Hanami” oder in Komödien wie „Rubbeldiekatz”.

(dpa)