Kreis Düren: Begabtenförderung: Forschen frei von Zwängen des Lehrplans

Kreis Düren: Begabtenförderung: Forschen frei von Zwängen des Lehrplans

Wenn die 14-jährige Anna Disenko und der 15-jährige Tobias Vomberg von der Energieversorgung der Zukunft sprechen, dann steht das Thema Brennstoffzelle bei ihnen an oberster Stelle.

Ein Jahr lang haben sich die Neuntklässler des Dürener Rurtal-Gymnasiums mit ihren Mitschülern Michelle Bungenberg, Maximilian Gille, Lena Kilian, Oliver Küchler, David Müller, Annike Rosarius und Michelle Werres intensiv mit der umweltschonenden Energie aus Wasserstoff beschäftigt.

Sie haben Modelle entwickelt, getestet und geforscht; einmal wöchentlich zusätzlich zum Unterricht, betreut von ihrem Chemielehrer Lothar Schäkel. Nicht unwahrscheinlich, dass der eine oder andere der Gruppe angesichts der erkennbaren Begeisterung bei der Vorstellung des Projekts Lunte gerochen hat und sich auch nach der Schulzeit im Studium und im anschließenden Berufsleben mit der spannenden Materie beschäftigen wird.

Genau das ist das Ziel, das die Vereinigten Industrieverbände von Düren, Jülich, Euskirchen und Umgebung seit nunmehr zehn Jahren mit ihrer Begabtenförderung verfolgen. Denn schon heute fehlen in Deutschland zehntausende Fachkräfte aus dem Bereich der sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik), vor allem Ingenieure, erklärt VIV-Projektkoordinatorin Daniela Dühr.

Im Rahmen der VIV-Begabtenförderung bieten Lehrer der beteiligten Gymnasien schulübergreifenden Arbeitsgemeinschaften zu genau diesen Fragestellungen an, im laufenden Schuljahr wurden 14 Arbeitsgemeinschaften an elf Gymnasien der VIV-Region gefördert, die zum Teil mit Unternehmen kooperierten. Dabei reichten die Themen von Astronomie über Sensorik bis hin zur Gentechnik, die von den Schülern mit unheimlich viel Akribie und Einsatz umgesetzt wurden.

Dies wurde bei der Abschlussveranstaltung im Haus der Stadt in Düren deutlich. Vor der Ausgabe der Teilnahme-Zertifikate hatten die Schülergruppen Gelegenheit, ihre Ergebnisse zu präsentieren. Darunter auch eine Energieanalyse des Stiftischen Gymnasiums, die Schüler in Kooperation mit den Stadtwerken Düren erstellt haben.

Peter Lochner, stellvertretender Schulleiter des Jülicher Mädchengymnasiums, dankte den VIV ausdrücklich für die Förderung der besonders begabten Schüler, die im täglichen Unterricht oft zu kurz kommen und sich unterfordert werden. „Im Rahmen des Projekts haben sie hingegen die Möglichkeit. frei von den Zwängen der Lehrpläne zu forschen und zu experimentieren”. Er sprach von einem „entscheidenden Impuls für die Lernmotivation”, der in den vergangenen zehn Jahren bei dem einen oder anderen Schüler sicherlich die spätere Berufswahl beeinflusst habe.

Rund 1300 Schülerinnen und Schüler haben sich in den vergangenen Jahren an der VIV-Begabtenförderung beteiligt. Nach Möglichkeit soll das Projekt im kommenden Schuljahr fortgesetzt werden, wenn sich wieder genügend Sponsoren finden.