Kreis Düren: Bauern fürchten Futterknappheit

Kreis Düren: Bauern fürchten Futterknappheit

Das Warten hat ein Ende. Nachdem die rheinischen Landwirte wochenlang in den „Startlöchern“ standen, nutzen zahlreiche Bauern die vergangenen Tage, um die erforderlichen Feldarbeiten anzugehen und das Saatbeet zu bereiten.

Die Äcker sind in einem guten Zustand, allerdings sind die Temperaturen weiterhin noch zu niedrig. Der Boden ist durch den Wind in den vergangenen Tagen gut getrocknet und hat eine gute Struktur. Die Aussaat von Rüben, Sommergetreide sowie das Pflanzen der Frühkartoffeln machen mittlerweile Fortschritte. Ein wenig Zeit lassen können sich die Bauern mit dem Mais, der auch in normalen Jahren erst zwischen Mitte und Ende April in die Erde kommt.

Jetzt hoffen die Landwirte auf einen Temperaturanstieg und nachfolgenden Niederschlag. „Die Pflanzen brauchen Wärme, um zu wachsen und um sich gut zu entwickeln“, sagt Erich Gussen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Düren. „Mit extremen Auswinterungsschäden, wie Landwirte sie im vergangenen Jahr beim Getreide erlebten, müssen wir in diesem Jahr zum Glück nicht rechnen“, sagt Gussen. Die Pflege- und Aussaattermine haben sich teilweise stark verzögert — etwa beim Sommergetreide um bis zu vier Wochen. „Gerade beim Sommergetreide ergeben sich Unsicherheitsfaktoren durch die verspätete Aussaat. Es ist ungewiss, wie gut die Pflanzen sich entwickeln. Das Korn könnte schlechter ausgebildet werden“, erklärt Gussen.

Bei den Rüben müsse man sich jedoch keine Sorgen machen. Im Jahresmittel liege der Termin um den 7. April. Während am Niederrhein die Kartoffeln bereits zwischen dem 5. und 7. März gepflanzt wurden, sind in der Köln-Aachener Bucht nur wenige Knollen in die Erde gekommen. Aufgrund der kalten Böden wird sich die Entwicklung der Kartoffeln um rund 14 Tage verzögern.

Im Unterglasanbau von Tomaten und Gurken war die Heizperiode durch den kalten Winter sehr lang und teuer. „Hier haben die Gemüseerzeuger mit erhöhten Kosten zu kämpfen. Schlimmer trifft es aber die Gärtner. Sie rechnen mit Umsatzeinbußen von über 30 Prozent“, sagt Gussen. Denn die gängige Pflanzzeit ab Ende Februar im Außenbereich sei kaum nutzbar gewesen. Auch durch die schleppende Abnahme und die bereitstehenden Jungpflanzen für die Balkon- und Terrassenbepflanzung werde der Platz in den Gärtnereien eng. Gewinneinbußen seien die Folge.

Tierhalter befürchten hingegen, dass der erste Schnitt in diesem Jahr später erfolgen wird und so die Futtergrundlage für Kühe und Rinder knapp werden könnte.

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