Ausstellung "Was für ein Zufall" gastiert im Raum für Kunst in Aachen

Im „Mathematikum“ werden Schüler zu Dichter und Komponisten : Mit dem Würfel zum eigenen Gedicht

Wer ist schon Mozart, oder Goethe? Jedes Kind kann komponieren und dichten. Und das sogar ohne besondere Fähigkeiten in Musik oder Lyrik, sondern mithilfe der Mathematik.

Das Gießener „Mathematikum“ ist noch bis Freitag, 25. Januar, im Raum für Kunst der Sparkasse Aachen zu Gast. Die aktuelle Wanderausstellung „Was für ein Zufall“ verwandelt dröge Rechengesetze in lustige Minispiele und junge Mathematiker in Komponisten und Poeten. Die Schülerinnen und Schüler müssen lediglich ein Dutzend Mal würfeln, um ihr eigenes Lied oder Gedicht zu entwerfen. Das entsteht dann nämlich automatisch – per Zufallsprinzip.

Insgesamt 25 Exponate beschäftigen sich in den Räumen in der Elisengalerie mit Themen wie Zufall, Statistik und Wahrscheinlichkeit. 26 Grundschulen und sechs Gymnasien haben sich zu der Sonderausstellung des „Mathematikums“ angemeldet, das von der Sparkasse Aachen sowie der Bürgerstiftung der Sparkasse eingeladen wurde.

Besonders beliebt: Ein Spiel, bei dem die Kinder durch gleichzeitiges Probieren und Überlegen einen Code knacken müssen. „Jedes Kind erarbeitet sich eine eigene Technik“, erklärt Rebekka Braun, Mitarbeiterin des Vorstandssekretariats der Sparkasse. Während die einen wild auf die Tastatur hämmern, versuchen die anderen, zuerst die Vokale in dem Rätseltext herauszufinden.

„Nicht nachdenken“

An einer anderen Station sollen die Teilnehmenden in möglichst zufälliger Reihenfolge auf eine rote wie blaue Taste drücken. Hochkonzentriert betätigt Marcus die Tasten: Rot, blau, rot, blau. Schnell moniert das Programm, dass die Reihenfolge nicht zufällig sei. Der Schüler wagt einen neuen Versuch, schließt die Augen und drückt unüberlegt auf die Tasten – erfolgreich. „Man darf einfach nicht nachdenken“, erklärt Marcus achselzuckend.

Was für das Zufallsspiel gilt, funktioniert bei den meisten anderen Spielen nicht. Ob Mini-Monopoly, Würfelschlangen oder das sogenannte Galtonbrett, bei dem ein kleines Kügelchen durch ein kleines Labyrinth saust – die Schüler und Schülerinnen der Klassen vier bis sechs müssen gut nachdenken, um die kleinen Rätsel lösen zu können. „Je öfter sie die Spielchen probieren, desto mehr erkennen sie Regelmäßigkeiten“, sagt Rebekka Braun.

Das deutschlandweit bekannte „Mathematikum“ kam übrigens vor drei Jahren schon einmal nach Aachen. „Das ist jetzt die Folgeausstellung“, erläutert Braun. Noch bis Freitag, 25. Januar, können sich Schulklassen den spaßigen Matheexperimenten widmen. Für weitere interessierte Kinder zwischen neun und elf Jahren ist die Ausstellung montags bis donnerstags von 16 bis 17.30 Uhr im Raum für Kunst auf der ersten Etage der Elisengalerie geöffnet. Der Eintritt ist frei.

„Am besten bringen die Kinder ihre Eltern mit“, meint Braun. So könne Mutter oder Vater dem Kind bei Problemen helfen – oder auch gemeinsam mit ihm an mathematischen Rätseln verzweifeln.