Erkelenz-Lövenich: Aus Übergang wird goldenes Jubiläum

Erkelenz-Lövenich: Aus Übergang wird goldenes Jubiläum

Seit 50 Jahren leitet Theo Schläger in der Lövenicher Pfarre St. Pauli-Bekehrung als Chorleiter den Kirchenchor Cäcilia Katzem-Lövenich, die Vokalgruppe Patchwork, den Kinderchor und die Instrumentalgruppe. Am Sonntag feierte er sein goldenes Chorleiterjubiläum mit allen Chören, Ehrengästen und Pfarrangehörigen in einer Festmesse, die mit den von ihm selbst komponierten Werken eine besondere Festlichkeit ausstrahlte.

Bei Theo Schläger sei es die Liebe zur Musik, zum Menschen und sein persönlicher Glaube, die ihn diese 50 Jahre so erfolgreich und engagiert haben wirken lassen, erklärte Pfarrer Franz Josef Semrau im Gottesdienst. Dies sei aus den Liedern und Gesängen deutlich herauszuhören. Mit enormer schöpferischer Kraft schreibe Theo Schläger den Großteil der Werke selbst. Dabei habe er stets Mensch, Gott und die Musik im Blick.

Dazu sagte Theo Schläger später: „Meinen Sängerinnen und Sängern soll unsere Musik Spaß und gleichzeitig nachdenklich machen.”

Viele Hände musste der Goldjubilar anschließend im geschmückten Pfarrheim drücken. Mit den Sängerinnen und Sängern drückten auch Vertreter der Gremien innerhalb der GdG sowie Abordnungen aus Rat und Verwaltung mit den Glückwünschen Dank und Anerkennung aus; natürlich gemeinsam mit Gesang. Die Überraschung war gelungen.

Dazu überreichte Vorsitzende Andrea Hülsen die Ehrenurkunde des Diözesan Cäcilien-Verbandes Aachen. Die Sängerinnen und Sänger bedankten sich zusätzlich mit 50 Rosen.

Im Rückblick erinnerte Theo Schläger daran, dass Pfarrer Blum ihn nach dem Tod von Hermann Zimmermann bat, den Kirchenchor vorübergehend zu übernehmen, bis ein neuer Chorleiter gefunden wäre. Das war vor 50 Jahren und ist dabei geblieben.

Sein Werdegang begann mit der traditionellen Kirchenmusik. Höhepunkte waren unter anderem klassische Messen mit Orchester oder großer Bläserbesetzung. Doch bald entwickelte sich ein zweiter Strang, der heute unter dem Begriff „Neues Geistliches Lied” firmiert.

Als Religionslehrer suchte Theo Schläger neue Wege zu den Kindern und junge Menschen und schob mit ihnen die neue Richtung, rhythmisch geprägte Musik in der Kirche, an, abgeleitet aus der Alltagsmusik der Jugend.

Das Abweichen von traditioneller Kirchenmusik tat auch Widerstände auf. Geschickte Kombinationen im Unterricht mit Religion, Musik und sachlichem Unterricht an eingedeutschte Spirituals und Gospel verfehlten auf die Jugend nicht ihre Wirkung. Schwierigkeiten bereiteten ihm im Laufe seines Lebens zum einem das unabdingbare Beharren der Kirche auf dem „schon immer so” und zum anderen seine Zielvorgabe als Lehrer und Kirchenmusiker.

„Meine große Zufriedenheit besteht heute darin, dass es mir gelungen ist, über diesen Zeitraum viele Menschen für Musik und Singen im Gottesdienst zu begeistern. Meine Arbeit ist sowohl ein Bekenntnis meines Glaubens wie auch der Musik.” Dass er dies alles verwirklichen konnte, verdanke er den Menschen, die mit ihm fünf Jahrzehnte zusammengearbeitet haben.

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