Aachen: Auch „Strunx-König” wird AKV-Bühne meiden

Aachen : Auch „Strunx-König” wird AKV-Bühne meiden

Er wollte nach eigener Aussage „den Saal holen” - und das Vorhaben ging gründlich in die Hose. Manfred Hammers, ungekrönter König des Strunx-Karnevals bei Kappertz, umjubelter Büttenredner stand auf der Eurogress-Bühne bei der Ordenssitzung „Wider den tierischen Ernst” auf verlorenem Posten.

Resultat: Sein Beitrag ist der einzige, der gänzlich aus der Übertragung gestrichen wurde. Und so verfolgt „Manni” Hammers die Diskussion um die gekürzte Blüm-Rede und die „Promi-Schelte” aus zwei Blickwinkeln: als Leidtragender der TV-Regie und als Fan von Blüm als Karnevalist.

„Ich schätze ihn in dieser Rolle sehr, Blüm ist doch eigentlich der King beim AKV”, so Hammers gegenüber der AZ. Doch Blüms Generalabrechnung mit den Aachener Karnevalisten sieht Hammers mit gemischten Gefühlen: „Eigentlich straft Blüm sich doch selbst Lügen. Da geißelt er die Promi-Geilheit, und auf der anderen Seite beklagt er sich, dass er als Promi nicht in voller Länge zum Zuge kam. Natürlich hat Blüm meiner Meinung nach in vielen Kritikpunkten Recht, doch seine Reaktion ist unprofessionell.”

Und sein eigener Umgang mit seiner Ordens-Pleite? „Ich hab das akzeptiert.” Kurz vor der Ausstrahlung habe ihn AKV-Geschäftsführer Christian Mourad telefonisch informiert, dass sein Beitrag nicht über die Mattscheibe flimmern wird. Das sei „okay” gewesen.

„Wenn man kürzen musste, boten sich meine sechs Minuten sicher an.” Die Rede, die er selbst als „kabarettistisch, nicht als karnevalistisch” bezeichnet, habe offensichtlich keiner hören wollen. „Ich musste vor dieser gigantischen Eigendynamik, die so ein Saal entwickelt, kapitulieren. Es war eine unglaubliche Unruhe im Publikum, kaum einer hörte zu.” Konsequenz: „Ich lasse mich auf dieser Bühne mit Sicherheit nicht mehr blicken, aber ich sage das ohne Groll gegenüber dem AKV oder dem WDR.”