Stolberg-Vicht: Auch ohne Prinz feiern die Vichter ein berauschendes Fest

Stolberg-Vicht : Auch ohne Prinz feiern die Vichter ein berauschendes Fest

Der Narrenthron im Vichtbachtal bleibt auch in diesem Jahr unbesetzt. Der karnevalistischen Stimmung in Vicht tut das jedoch keinen Abbruch - das bewies die Dorfsitzung der „Närrischen Lehmjörese” nur all zu gut: Mit einem bunten Programm aus Tanz und Gesang zog die Karnevalsgesellschaft aus Vicht wieder zahlreiche Besucher in die örtliche Mehrzweckhalle.

Dabei feierten auch die Jecken und Narren aus dem Nachbarort erstmals kräftig mit.

„Es scheint so, als ob ganz Zwievel op de Veet wär”, bemerkte Stefan Graff, Präsident der Vichter Karnevalisten, als er die Zweifaller Karnevalsfreunde auf der Bühne begrüßte.

Diese waren zum ersten Mal auf einer abendlichen Veranstaltung der Vichter vertreten und freuten sich darüber besonders - schließlich haben beide Ortschaften in dieser Session viel mehr gemeinsam als nur einen Fußballverein: „Uns hat das gleiche Schicksal wie die Vichter ereilt, wir haben dieses Jahr keinen Prinzen”, stellte der Vorsitzende der IG Zweifaller Karneval, Wilfried Aberle, fest, ergänzte aber: „Das heißt nicht, dass wir keinen Karneval feiern.”

Tänzerische Spitzenleistungen

Der wurde in der Vichter Mehrzweckhalle freilich ziemlich ausgelassen gefeiert. Mit Kindertanzmariechen Carmen Seel, Jugendtanzmariechen Sabrina Kreitz und Tanzmariechen Yvonne Schmitz bekamen die Karnevalisten gleich dreifach tänzerische Spitzenleistungen aus den Reihen der „Närrischen Lehmjörese” geboten. Doch damit nicht genug: Auch die Vichter Jugendshowtanzgruppe „Die Zicken” sowie die Showtanzgruppe „Maniacs” sorgten mit ihren fulminanten Auftritten für tolle Stimmung in der Halle.

Neben weiteren begeisternden tänzerischen Showeinlagen aus den Reihen der IG Zweifaller Karneval, dem Büttenredner René Külzer sowie der Musikgruppe „Echte Fründe” komplettierte der Besuch der Narren- und Piratengarde aus Vicht das unterhaltsame Programm.

Symbolisch dafür, wie man im Vichter Karneval wieder gemeinsam an einem Strang zieht, wurde dabei eine vorher nicht geplante „Aushilfsaktion”: Da der Narren- und Piratengarde der Fahnenträger fehlte, sprang der Vorsitzende der „Närrischen Lehmjörese”, Jochen Emonds, kurzerhand ein und trug die Standarte der befreundeten Gesellschaft auf die Bühne.

Keine Standarte, wohl aber das Grenzlandwappen des Verbands der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise, brachte Bernd Simons mit auf die Bühne. In Form des Wappens ehrte der Verband den ehemaligen Geschäftsführer Ernst Esser für seine Arbeit als Geschäftsführer in der Zeit von 1995 bis 2008. Zudem erhielt Esser für seinen Einsatz eine Urkunde der KG Vicht sowie von Stefan Graff den Ehrenorden des Präsidenten überreicht.

Graff selber erhielt ebenfalls eine Ehrung durch den Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise - für 16 Jahre als 1.Vorsitzender gab es den Verdienstorden in Silber sowie von seiner Karnevalsgesellschaft eine Urkunde. Außerdem durfte sich Ex-Tollität Harry Severens über eine Beförderung freuen: Der Prinz von 2007 darf sich nun Oberleutnant nennen und bekam seine Schulterklappen dementsprechend aufgewertet.

Nach der gelungenen Dorfsitzung freuen sich die „Närrischen Lehmjörese” schon auf die nächsten närrischen Highlights - ganz besonders auf den Vichter Umzug am Karnevalssonntag. Zumindest dann wird der Narrenthron im Vichtbachtal doch genutzt werden: Silberprinz Willi Schnier, der auch im Rahmen der Dorfsitzung geehrt wurde, nimmt beim Umzug den Platz auf dem Prinzenwagen ein.