Aachen: Angehende Lehrer drücken die Schulbank

Aachen: Angehende Lehrer drücken die Schulbank

Die Schultüte darf am ersten Schultag nicht fehlen. Bei I-Dötzchen ist sie mit Süßigkeiten und Stiften gefüllt, für die Lehramtsanwärter und Lehramtsanwärterinnen stecken ganz viele Weisheiten drin. „Lebenslust“, „Neugierde“ und „Verbündete“, zieht Anna Lang aus der großen, grünen Schultüte, die mit kleinen Marienkäfern verziert ist.

94 neuen Referendare warten aufgeregt darauf, den Eid auszusprechen, um die 18-monatige Ausbildung am Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung in Aachen (ZfsL) anzutreten. Anna Lang hat das Ganze schon hinter sich und wird am heutigen Tag entlassen.

Das ZfsL bildet Lehrer für Grundschule, Gesamtschule, Gymnasium und Berufskolleg aus. Das Zentrum hilft ihnen, sich zu einer Persönlichkeit zu entwickeln, die sich durch hohe Authentizität und Beziehungsfähigkeit auszeichnet, erklärt Seminarleiter Ansgar Stracke-Mertes. Individuelle Ausbildungsangebote, wie etwa eine personenbezogene Beratung, sollen den individuellen Reifeprozess der 72 Referendare und der 22 Quereinsteiger unterstützen.

Schüler motivieren und fördern

Am Ende der Ausbildung sollen sie in der Lage sein, mit pädagogischem Geschick die Schüler zu motivieren und zu fördern, und Schule zu einem Ort zu machen, an dem der Nachwuchs sich gern aufhält. Die Ausbildung wird im ZfsL und an Schulen stattfinden. Schon kurz nach der Vereidigung beginnt das erste Seminar.

Neben den Weisheiten aus der Schultüte gibt Anna Lang zusammen mit der Schulleiterin des Nelly-Pütz-Berufskollegs in Düren, Britta Ellinghaus, den Lehramtsanwärtern für die Berufskollegs in der Region Aachen auch eine Stilberatung mit auf den Weg. „Natürlich tragt ihr am Anfang schon Hose und Pulli, damit ihr nicht nackt vor der Klasse steht“, sagt sie und lacht.

Doch die angehenden Lehrer, die sich für den heutigen Tag schick angezogen haben, brauchen in ihrer Ausbildung ein paar feste Schuhe, gegen die Scherben, eine dicke Jacke, als dickes Fell gegen Donnerwetter oder Wanderstöcke, damit sie vom Tal aus die Berge um sie herum erklimmen können. „Auch wenn es schwer ist, Ihr solltet dort auf die Berge steigen. Von dort ist die Aussicht am besten“, gibt Lang ihren Kollegen mit auf den Weg. Aber am wichtigsten: „Vor den Schülern im Klassenraum immer Hände aus den Hosentaschen und lachen!“