Waldfeucht: Ameisen machen es sich in altem Wegekreuz gemütlich

Waldfeucht: Ameisen machen es sich in altem Wegekreuz gemütlich

Nahe beim „Schlösschen”, dem Rathaus der Gemeinde Waldfeucht, Ecke Roermonder-/Georg-Straße, steht seit Jahrzehnten das Kevelaer Kreuz. Dort hat das Wegekreuz aber nicht immer gestanden.

Vor der Flurbereinigung stand es 500 Meter weiter nördlich, dort wo der Feldweg rechts abgeht zum heutigen Freizeitzentrum. Bis vor dem 1. Weltkrieg wurde am Kevelaer Kreuz die jährliche Fußprozession der Pilger, die von Kevelaer heimkehrten, feierlich zur Kirche geleitet.

Das Holz des Kreuzes war jedoch über die Jahre Heimstätte von Ameisenvölkern geworden. Die Ameisen hatten es gemütlich, das Holz aber drohte zu verrotten. Der Aktionskreis „Historischer Ortskern Waldfeucht” möchte Altes für die Menschen im Ort bewahren, und da mussten die Ameisen sich halt mit freundlicher Unterstützung ein anderes Plätzchen suchen. Der Biologe Peter Pooth und der Orgelbauer Joachim Fleischer sind Mitglieder des Aktionskreise und haben das aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammende Wegekreuz restauriert.

Dem Corpus Christi und dem Kreuz selbst merkt man nach der Restaurierung ihre 150 Jahre nicht mehr an. Heinz Otten, einer der 30 Aktiven des Aktionskreises „Historischer Ortskern Waldfeucht”: „Der Bauhof kann nicht alles leisten. Und so hoffen wir, dass sich die Nachbarn des Wegekreuzes ein wenig um die Beete rund um das Kreuz kümmern werden.”

Der Aktionskreis hat bereits zwei alte Wegekreuze wieder in den Ortskern integriert, freigeschnitten und für die Zukunft bewahrt, das Roche Krüz und das An der Wallbrücke. Die Silbermedaille beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft” im Jahr 2011 war Ansporn, der Goldmedaille aus dem Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden” aus dem Jahr 1989 vielleicht noch eine zweite folgen zu lassen. Das „Grün im Ort” ist eine von fünf Disziplinen, die beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft” bewertet werden. Und da können die Waldfeuchter mit ihren restaurierten Wegekreuzen - weitere werden folgen - und den gepflegten Beeten drum herum sicherlich punkten.

Weitere Punktelieferanten sind in Arbeit. Die Boulebahn braucht noch einen Sponsor für einen Pavillon, damit Alt und Jung einen Ort der Begegnung bekommen. Für die Kleinen wurde ein Spielplatz angelegt, der bald offiziell eröffnet wird. Heinz Otten ist besonders wichtig, dass sich möglichst viele Waldfeuchter engagieren, bei der Pflege der Beete oder da, wo Bürger gefragt sind.

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