Kreis Heinsberg: Alzheimertage im Kreis Heinsberg eröffnet

Kreis Heinsberg: Alzheimertage im Kreis Heinsberg eröffnet

Die im vergangenen Jahr gegründete Alzheimer-Gesellschaft Kreis Heinsberg will mit vielfältigen Aktivitäten dazu beitragen, die Situation betroffener Menschen in der Region zu verbessern. So sollen die Angebote, die im Kreisgebiet für Erkrankte und ihre Angehörige vorhanden sind, besser vernetzt und präsentiert werden.

Das Thema der A­lzheimer-Krankheit wie auch der Demenzerkrankungen generell solle „enttabuisiert” werden, sagte Dr. Christian Isensee als Vorsitzender des eingetragenen Vereins, der neben 20 institutionellen Mitgliedern auch bereits viele Einzelpersonen in seinen Reihen hat. Bei der Auftaktveranstaltung der Alzheimertage 2012 im Kreis Heinsberg in der Aula der Geilenkirchener Realschule zeigte sich Isensee davon überzeugt: „Es gibt auch in Zukunft viel zu tun.”

Die Alzheimer-Gesellschaft ist gemeinsam mit dem Demenz-­Servicezentrum Regio Aachen / ­Eifel und dem Kreis Heinsberg Veranstalter der Alzheimertage, die bis zum Monatsende ein Spektrum von über 30 Einzelveranstaltungen bietet. Petra Mittenzwei vom Demenz-Servicezentrum stellte das Programm vor.

Dr. Karl-Heinz Feldhoff, der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, freute sich, zur offiziellen Eröffnung in Geilenkirchen auch Bürgermeister Thomas Fiedler als Schirmherr begrüßen zu dürfen. Feldhoff würdigte das Engagement der Stadt Geilenkirchen im Rahmen der Initiative „Älter werden im Kreis Heinsberg”. Fiedler wiederum zeigte sich beeindruckt vom vielfältigen Programm der Alzheimertage und dankte den Initiatoren und Organisatoren. Mit Blick auf die steigende Zahl Erkrankter sagte Fiedler: „Viele Herausforderungen kommen auf die Gesellschaft zu.” Es gelte, das Umfeld zu sensibilisieren. „Wir müssen lernen, mit Demenzkranken zu leben.” Und auch die Angehörigen bräuchten Unterstützung und Ermutigung.

Eine Form der Unterstützung könne Dementia Care Mapping (DCM) sein, wie Christine Riesner vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen erläuterte. Mit diesem Verfahren zur Bewertung der Pflege von Menschen mit Demenz seien bereits viele Erfahrungen im stationären Bereich gesammelt worden. In der Tagespflege sei DCM relativ neu. Als nächster Schritt solle DCM nun aber auch für betroffene Familien angeboten werden.

Gedacht für Angehörige, die sich vielleicht fragen würden: „Mache ich die Sache richtig? Kann ich noch etwas anderes tun?” Bei DCM werden das Wohlbefinden und das Verhalten von Menschen mit Demenz, aber auch die Interaktion mit ihnen in den Blick genommen. Gemeinsam überlegen der geschulte Beobachter und der pflegende Angehörige, wie bestimmte Situationen verbessert werden können. Für Riesner steht fest: „Ein gutes Leben mit Demenz ist möglich”, wenn es auch schwierig sei.

Elisabeth Feldhoff und Birgit Kerski von der Alzheimer-Gesellschaft stellten die Notfallmappe vor, die Rückhalt und Sicherheit geben soll, wenn Patienten mit Demenz ins Krankenhaus müssen. Sie umfasst persönliche Daten, Medikamentenlisten, Krankheiten und Diagnosen als medizinische Vorgeschichte sowie Vorsorgedokumente, aber auch einen Informationsbogen, der die individuelle Situation rund um Essen und Trinken, Ruhen und Schlafen oder Körperpflege beleuchtet. Die Mappe steht im Internet unter Bürgerservice (Formulare, Dokumente) als Download zur Verfügung.

Die Geschichte von einer Betroffenen („Gerda Meier”) und ihrer Familie wurde eindrucksvoll in ­einem Theaterstück erzählt: von Björn Cranen, Anton Schleicher, Birgit Kerski, Christine Riesner, Dr. Karl-Heinz Feldhoff, Dr. Günter Mertens sowie Theo Krings am Klavier. „Warum ich? Warum wir ... uns?” - so der Titel.

Familien, die sich für das Projekt Dementia Care Mapping (DCM) interessieren, können sich nach Angaben von Gesundheitsamtsleiter Dr. Karl-Heinz Feldhoff bei der Koordinatorin Nora Esser beim Kreis Heinsberg unter E-Mail Ellen.Franzen@kreis-heinsberg.de oder unter 02452/135309 melden.

Beim Kreisgesundheitamt gibt es auch nähere Informationen über die Alzheimer-Gesellschaft Kreis Heinsberg: ebenfalls unter E-Mail alzheimer@kreis-heinsberg.de oder Telefon 02452/135309.