Erkelenz: Zweites Leitgeschäft erforderlich

Erkelenz : Zweites Leitgeschäft erforderlich

Es gehören mehrere Parteien dazu, wenn es gelingen soll, die Einzelhandelsfunktion und Einkaufsfunktion in der Erkelenzer Innenstadt zu sichern und zu stärken: Neben der Verwaltung zählen dazu auch die Vermieter der Gewerbeflächen und die Einzelhändler.

Dies machten die Planer Dr. Rainer Kummer und Gregor Peters deutlich, als sie bei der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung ein Entwicklungskonzept vorstellten. An den Kosten für dieses Konzept von 16.700 Euro hat sich auch der Gewerbering beteiligt.

Ausgehend davon, dass 21 Prozent der Kaufkraft aus Erkelenz abfließen, haben die Planer geprüft, was wo verbessert werden kann, damit die Bürger mehr Geld in Erkelenz lassen. Schlecht ist nach Ansicht der Planer das Verhältnis zwischen der Verkaufsfläche in der Innenstadt (15.000 Quadratmeter) und den Einkaufsmärkten (30.000).

Unterdurchschnittlich im Vergleich zu anderen Mittelzentren ist auch die Verkaufsfläche von 1,3 Quadratmetern pro Einwohner. Und schließlich gibt es in einigen Bereichen eine eklatante Unterversorgung, etwa im Baumarktbereich, auf dem Möbelsektor oder im Elektrofachbereich.

Weiterhin müsse man bedenken, dass es nicht möglich sein werde, den Lebensmittelmarkt an der Kölner Straße zu halten. „Diese Märkte wollen eine Verkaufsfläche von 700 Quadratmetern haben, wollen für Autofahrer erreichbar sein und einen eigenen großen Parkplatz haben.”

Alle diese Bedingungen könne die Stadt Erkelenz im Zentrum nicht erfüllen. Zentrum bedeutet für die Planer der Bereich vom Joannismarkt über den Markt bis zum oberen Ende der Kölner Straße am Bahnhofsvorplatz. „Am Markt gibt es ein Leitgeschäft, am oberen Ende der Kölner Straße muss ein zweites her”, so die Forderung der Planer.

Nur dadruch könne diese zentrale Straße wieder belebt werden. Sie können sich durchaus vorstellen, auf der Freifläche vor dem Amtsgericht einen Elektrofachmarkt anzusiedeln, der diese Leitfunktion übernimmt.

Auch ein zentrumsnaher Lebensmittelmarkt ist nach ihrer Ansicht machbar: Im Bereich des Heinrich-Jansen-Wegs bestehe die Möglichkeit.

„Das Parken ist kein Hauptproblem in der City. Die Kunden wollen einen beratungsorientierten, serviceorientierten und erlebnisorientierten Einkauf. Durch die Umgestaltung der Kölner Straße trägt die Stadt schon dazu bei, dieses Ziel zu erreichen.”

Die Stadt sei auf dem richtigen Weg, so die Planer. Ob der Weg erfolgreich ist, liegt in der Hand anderer. Das fängt bei den Mieten an und hört bei den Öffnungszeiten auf.