Hückelhoven-Ratheim: Zwei Anläufe bis zum ersten Löschzug

Hückelhoven-Ratheim : Zwei Anläufe bis zum ersten Löschzug

Das Verbandsfest der Kreisfeuerwehr stand in diesem Jahr ganz im Zeichen des runden Jubiläums der Ratheimer Löschgruppe. Hundert Jahre ist sie in diesem Jahr alt geworden.

Grund genug für den Hauptbrandmeister Bernd Gödecke, um in der Ratheimer Mehrzweckhalle die Entwicklung der Ratheimer Wehr Revue passieren zu lassen.

Die Gründung des Löschzuges gelang den Ratheimern vor hundert Jahren erst auf den zweiten Anlauf, wie Gödecke erwähnte. Nach einem ersten Treffen im Sommer 1908 war man ergebnislos auseinander gegangen. Erst im Dezember desselben Jahres konnte man sich auf die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr einigen, die die bis dahin bestehende Pflichtfeuerwehr ablöste.

Mit 24 Freiwilligen trat man damals an. Bereits in den Jahren 1913 und 1926 war die Ratheimer Wehr Ausrichter des Kreisverbandsfestes, 1911 sogar eines internationalen Feuerwehrfestes. Neben dem Feiern stand jedoch der Löscheinsatz stets im Vordergrund. Vor allem in den Kriegsjahren, als die Brandeinsätze die Ratheimer bis Köln, Aachen und Mönchengladbach führten. Im Januar 1945 verloren zwei Kameraden während eines Artilleriebeschusses bei den Brandarbeiten ihr Leben.

Das erste motorisierte Löschfahrzeug in Ratheim, einen LF 8, hatte es zum Kriegsende sogar bis nach Olpe verschlagen, von wo aus er wieder an seinen Heimatort überführt wurde. Auch nach dem Krieg hatten es die Ratheimer Wehrleute noch oft mit Munitionsbränden zu tun, wie Gödecke betonte. Heute präsentiert sich die Ratheimer Löschgruppe als Bestandteil des Umweltschutzzuges Hückelhoven. Mit modernem Gerät und rund 30 Aktiven sei die Ratheimer Gruppe bestens ausgerüstet.

Mit dem Feuerwehrmotto „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr”, beendete Gödecke seine Ausführungen. Auch der Schirmherr Max Freiherr Spies von Büllesheim nutzte die Gelegenheit für ein Grußwort. Er hob hervor, dass die Wehrleute aktiv zum Ratheimer Vereinsleben gehören und darüber hinaus jederzeit bereit seien, den Bürgern im Brandfall beizustehen.

Allerdings seien es auch die Partner und Angehörigen der Wehrleute, die Opfer zum Wohle der Allgemeinheit brächten. Dies betonte auch Bürgermeister Bernd Jansen, der erklärte, dass man nicht lernen könne, Feuerwehrmann zu sein, man müsse es aus tiefster Überzeugung sein. Den Ratheimer Kameraden bescheinigte er, dass „die Moral der Truppe stimmt”, weshalb er sich auf die nächsten hundert Jahre freue.