Kreis Heinsberg: Zum ersten Mal erhält ein Berufstätiger Stipendium

Kreis Heinsberg : Zum ersten Mal erhält ein Berufstätiger Stipendium

Ein wenig müssen sie sich noch gedulden, Jannis Bodden aus Gangelt-Birgden und Manuel Bauten aus Erkelenz, bevor sie ins Flugzeug steigen können, um für ein Jahr in die Vereinigten Staaten zu reisen.

Der angehende Abiturient des bischöflichen Gymnasiums St. Ursula in Geilenkirchen aus Birgden und der ausgebildete Hotelfachmann aus Erkelenz haben die Chance genutzt, die das Parlamentarischen-Patenschaftsprogramm des Deutschen Bundestages bietet und sich erfolgreich für ein Stipendium beworben, das ihnen einen einjährigen Auslandsaufenthalt in den USA ermöglicht. Hier wollen beide Botschafter Deutschlands sein, neue Erfahrungen machen, kulturelle Unterschiede kennen lernen aber auch mithelfen, alte Vorurteile abzubauen.

Im Wahlkreisbüro ihres „Paten” des Bundestagsabgeordneten Leo Dautzenberg in Heinsberg trafen sie sich zu einem Gespräch. Während in der Vergangenheit bereits eine Reihe von Schülern aus dem Kreis, wie Jannis Bodden das Angebot nutzen, ist Manuel Bauten, der nach der Ausbildung zum Hotelfachmann derzeit seinen Zivildienst ableistet, der erste junge Berufstätige aus dem Kreis Heinsberg, der die Chance nutzt, Auslandserfahrungen zu sammeln. Das freut Dautzenberg besonders.

Gerade im Hotelfach, so ist der 21-jährige Manuel überzeugt, wird ihm diese Erfahrung und die damit einhergehende weitere Qualifikation für die Zukunft nützlich sein. Er hatte sich zuvor bei der Austauschorganisation Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (InWEnt) beworben. Aber Selbst wenn es nicht im ersten Anlauf klappt, auch diese Erfahrung machte er, heißt das nicht, dass man chancenlos ist. Bei der ersten Bewerbung war er zwar in die engere Auswahl gekommen, doch hatte es zum Flugticket nicht gereicht.

In diesem Jahr war die Zusage zugleich ein unerwartetes Geburtstagsgeschenk, wenn auch noch nicht klar ist, in welchen Bundesstaat er reisen wird, um ein Kollege zu besuchen und praktisch zu arbeiten. „Washington wäre schon ganz schön. Da hätte ich sogar schon einen Betrieb, in dem ich arbeiten könnte”, berichtet er. „Klappt das nicht mit der Unterbringung, muss ich halt schauen”, sieht er seinem USA-Aufenthalt mit Spannung und optimistisch entgegen. „Man muss nicht perfekt englisch können, es zählt die Persönlichkeit”, macht er jungen Berufstätigen Mut, die eine Ausbildung abgeschlossen haben, sich zu bewerben.

Auch für Jannis Bodden ist mit Blick auf seinen künftigen Berufswunsch - er möchte in die Luftfahrt und vielleicht Pilot werden - der USA-Aufenthalt eine ganz besondere Herausforderung. Mathematik und Physik, seine Schwerpunktfächer in der Schule, die wird er auch am College in den USA finden. Er hat sich erfolgreich bei der Organisation „Youth for Understanding”, die das Auswahlverfahren für den Bundestag durchführt, beworben. Eine andere Mentalität und andere Lebensumstände persönlich kennen zu lernen, findet er besonders interessant.

Unterstützt wird er von seiner Familie, die sich mit ihm über diese Chance, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. so sehr freut, dass sich seine Eltern spontan entschlossen haben, ebenfalls Gastgeber für einen Austauschschüler zu werden.