Heinsberg: Zu Weihnachten kein Paket von Zuhause

Heinsberg : Zu Weihnachten kein Paket von Zuhause

Mit Spannung hat Benjamin (21), einer der Häftlinge in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Heinsberg, im vergangenen Jahr auf sein Weihnachtspaket gewartet. „Man hat sich halt gefreut darauf, bis es endlich kam. Dann war es da und die Spannung wieder groß, was wohl drin ist”, sagt er.

Dieses Jahr wird er kein Paket von Zuhause erhalten, ebenso wie all die anderen jungen Menschen, die das Weihnachtsfest im Gefängnis verbringen müssen. Denn der neuen Gesetzgebung zufolge dürfen Gefangene im Jugendstrafvollzug zum Geburtstag, zu Ostern und zu Weihnachten von ihren Angehörigen keine Pakete mit Nahrungs- und Genussmitteln mehr erhalten.

Die Begründung aus dem Ministerium sei, dass die Waren leicht verderblich und nur schwer zu kontrollieren wären, so Pfarrer Marian W. Janke. „Da geht ganz viel Zuwendung verloren”, bedauert er die neue Bestimmung. „Vor allem für die, die sich auch nichts kaufen können, weil sie kein Geld haben.”

Gemeinsam mit seinem neuen evangelischen Kollegen Günter Pilger ruft er deshalb in diesem Jahr ganz besonders dazu auf, für die jungen Gefangenen zu spenden: Kaffee, Tabak und Süßigkeiten können bei den Pfarr- und Gemeindeämtern abgegeben werden, möglichst bis Mitte des Monats.