Geilenkirchen: Zeuge will vor Gericht nicht aussagen

Geilenkirchen : Zeuge will vor Gericht nicht aussagen

Nach nur wenigen Minuten wurde die Verhandlung gegen sechs Rettungs-Assistenten der Geilenkirchener Rettungswache wegen Drogenhandels vor Richter Thomas Schöning abgebrochen.

Der 29-jährige Hauptbelastungszeuge erklärte vor Gericht auf entsprechende Frage des Richters: „Ich habe Angst, eine Aussage zu machen!”

Worin die Angst denn bestehe, wollte Richter Schöning wissen. „Haben Sie bei Ihrer eigenen Verhandlung gelogen?”, fragte Staatsanwalt Horst-Udo Hentschel.

„Muss ich diese Frage beantworten?”, gab der Zeuge zurück. Das müsse er nicht, aber dann müsse die Verhandlung abgebrochen werden, erklärte der Richter.

Zunächst hatte der Staatsanwalt die Anklageschrift verlesen: „In der Zeit von August 2001 bis März 2002 wird den Angeklagten vorgeworfen, vom Hauptbelastungszeugen Amphetamine und Ecstasy erworben zu haben.”

Dabei warf er einem 38-jährigen Rettungsassistenten vor, in sieben Fällen fünf Gramm, einmal sogar in der Rettungswache, gekauft zu haben. Einem 27-Jährigen wird zur Last gelegt, in sechs Fällen zehn, einmal 15 Gramm und Ecstasy-Pillen gekauft zu haben.

Ein 36-Jähriger habe in acht Fällen, ein 33-Jähriger in zwei, ein 37-Jähriger in 13 und ein 31-jähriger Rettungs-Assistent in vier Fällen Amphetamine gekauft.

„Die Beschuldigten bestreiten ganz energisch, jemals Drogen gekauft zu haben”, erklärte Strafverteidiger Meissner für alle sechs Angeklagten. Es seien bei entsprechenden Untersuchungen der sechs Personen höchstens eine Woche nach den Tatvorwürfen keine Drogenrückstände im Körper festgestellt worden.

Auch beim Arbeitsgerichtsverfahren habe sich sein Mandant durchgesetzt. Die fristlose Kündigung sei zurückgenommen und in eine fristgerechte Kündigung umgewandelt worden.

Der Arbeitgeber habe zudem eine hohe Abfindung zahlen müssen. Nachdem der Zeuge nicht aussagen wollte, beantragte Staatsanwalt Hentschel die Ladung der Polizeibeamten, die diesen Zeugen verhört hatten.

„Ich glaube, die können uns auch nicht mehr sagen, als in der Akte steht”, versuchte Verteidiger Meissner das Verfahren doch noch zu beenden. Richter Schöning verkündete aber, dass dem Antrag der Staatsanwaltschaft stattgegeben wird.

Deshalb kommt es am 18. September um 10 Uhr zu einer neuen Verhandlung.