Kreis Heinsberg: Zelluloidfilme als Basis grenzenloser Kreativität

Kreis Heinsberg : Zelluloidfilme als Basis grenzenloser Kreativität

„Sprakeloos - Sprachlos” heißt ein multimediales Kunstprojekt, zu dem sich Künstler aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland zusammengefunden haben.

Ausgangspunkt für das grenzüberschreitende Projekt war eine Sammlung von Zelluloidfilmen aus den Jahren 1920 bis 1970. Die beiden belgischen Multimedia-Künstler Jan und Gilbert Dalemans hatten diese privaten Filmdokumente im Rahmen eines Projektes archiviert und digitalisiert. Dabei stießen sie auf Filme über Schützenfeste, Karnevalsumzüge und private Anlässe.

So entstand ein rund 70-minütiger Dokumentarfilm, der das Leben entlang der Maas und im Heinsberger Raum im Laufe der Jahrzehnte widerspiegelt. Unterbrochen wird der dokumentarische Teil durch Spielszenen, in denen Schauspieler das Leben entlang des Flusses kommentieren.

„Unser Film war die Basis der künstlerischen Auseinandersetzung”, betont Gilbert Dalemans. „Das Ergebnis ist ein kreativer Dialog zwischen zeitgeschichtlicher Dokumentation und Gegenwartskunst.” Einen schönen Nebeneffekt hat das Projekt für die Eigentümer der Zelluloidfilme: Die Filme werden digitalisiert und können so auch auf dem DVD-Player abgespielt werden.

Auf deutscher Seite ist der „Kunstverein Region Heinsberg” federführend mit dem Projekt betraut. Doch das Konzept überzeugte nicht nur den Kunstverein: Auch aus Brüssel kamen Fördergelder in Höhe von rund 8000 Euro.

Mit Uwe Piper, Michel Saran und Christa Walters hat der Kunstverein drei „hauseigene” Künstler aufgeboten, die schon mit eigenen Ausstellungen auf sich aufmerksam machen konnten. Die künstlerische Leiterin des Kunstvereins, Regina van den Berg, ist zufrieden mit dem Ergebnis einer rund zweijährigen Vorbereitungszeit. „Diese euregionale Zusammenarbeit war an sich schon eine Herausforderung, die sich angesichts der Ergebnisse aber gelohnt hat.”

Neben den drei deutschen Künstlern haben sich auch die Niederländer Marlieke Meijer, Swen Pennings und die achtköpfige Künstlergruppe „3punt13” an der Ausstellung beteiligt. Aus Belgien stammen neben den Brüdern Dalemans auch Wouter Deruytter, Eddy Fontaine und Malou Swinnen. Gezeigt werden die Werke der Künstler von Samstag, 22. September, bis Sonntag, 14. Oktober, in der „Terpkerk” im niederländischen Urmond.

Leo Stein von der „Culturele Werkgroep Stein”freut sich über das grenzüberschreitende Kunstprojekt. „Der Austausch der Menschen in der Grenzregion findet vor allem im Freizeit- und Konsumsektor statt”, erklärt er. „Eine grenzüberschreitende künstlerische Begegnung ist jedoch noch eine Seltenheit.” Umso mehr freue er sich, dass die Künstler der Einladung zur kreativen Auseinandersetzung nachgekommen sind.

Die Ergebnisse sind so grenzüberschreitend wie die Künstler. Bei dem Belgier Eddy Fontaine steht auf seiner Suche nach der „universellen Sprache” zum Beispiel das Medium Video im Vordergrund. Darüber hinaus werden Objekte, Designarbeiten und Gemälde zu sehen sein. Geöffnet ist die „Terpkerk” in Urmond freitags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr.