Beeck: Zeitreise in Berliner Café-Haus

Beeck : Zeitreise in Berliner Café-Haus

Eine heiter-sentimentale Stimmung bereitete das Ensemble „Pomp-A-Dur” den Gästen des St. Vincentius-Hauses am Sonntagnachmittag.

Das Konzert im Rahmen des Wegberger Musikfrühlings mit seinen samt-geschmeidigen Klängen, der beschwingten Eleganz und seiner Virtuosität stand ganz im Zeichen der Berliner Caféhaus-Musik der glamourösen 50er Jahre.

Dies brachten auch die gemütliche Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen und die prächtigen Kostüme der Musiker zum Ausdruck. Es konzertierten Corina Stoian und Olivia Naomi Timms an der Violine, Isabelle Bach an der Klarinette und Yuko Uenomoto am Cello. Bereichert wurde das Orchester durch den wohlklingenden Tenor Stefan Lex, der auch charmant und humorvoll durch das Programm führte.

Begrüßt wurden die Gäste von Paul Winkens, Vorsitzender des veranstaltenden Vereins „Opus 512”. Sein besonderer Gruß galt Bürgermeisterin Hedwig Klein sowie Ehrenbürgermeister Fritz Jakobs als Begründer des Musikfrühlings. Allen wünschte er schöpferische Muße bei „diesem Erlebnis für die Sinne”.

Eröffnet wurde das Konzert vom bekannten „Das ist die Berliner Luft”. Im Anschluss sprach Lex einige Grußworte. Das Programm sei so „zusammengeschustert”, erklärte er, dass jedes Stück irgendetwas mit Berlin zu tun habe.

„Ob der Komponist nun dort gelebt hat, oder eine Verwandte von ihm gerne Berliner isst”, bemerkte er augenzwinkernd. Wie recht er hatte, erlebten die Zuschauer beim Lied „Jacks Ragtime” von Jack Cambridge, welches Lex als das „Lied mit dem Schüttelei” einführte.

Durch Timms, die an dieser Stelle mit dem Rhythmikgerät begleitete, wurde die Beziehung zu Berlin hergestellt. Lex: „Da steht Made in Germany, Berlin drauf!”

Außerdem erklärte er dem Publikum die Herkunft des ungewöhnlichen Namens des Ensembles: „Pompöse Kleidung und die freche, spritzige Tonart A-Dur.” Durch ein leidenschaftliches Violinenspiel bestach Vesco D´orios „Escapade”. Das überzeugend präsentierte Stück enthielt ein wehmütiges Mittelstück und wurde von einer schnellen, fröhlichen Melodie umrahmt. Leicht und beschwingt mutete auch „Frauen und Wein” von Gerhard Winkler an.

Als „dezentes Lied von der Liebe” stellte sich „Es wird in hundert Jahren wieder so ein Frühling sein” von Nico Dostei dar. Voluminös gestaltete Lex das Lied mit seiner Stimme.

Außerdem stellte er seine Schlagfertigkeit unter Beweis, indem er auf das Geräusch zerbrechenden Glases aus dem Hintergrund reagierte: „War ich so falsch?”

Weiterhin konnte sich das Publikum an Werken von Lothar Brühne, Peter Kreuder, Paul Linke, Theo Mackeben, Joe Rixner, Robert Stolz erfreuen. Für das rundum gelungene Konzert spendeten die Gäste viel Applaus, mit dem Gefühl, nicht nur musikalisch gut unterhalten worden zu sein.