Zehn Jahre Haft für versuchten Mord

Zehn Jahre Haft für versuchten Mord

Mönchengladbach (an-o) - Die Mutter des Angeklagten brach in Tränen aus, Heiko M. selbst schüttelte ungläubig den Kopf, als Richter Horst Neumann gestern das Urteil gegen den Lövenicher sprach: zehn Jahre wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Erst nach massiven Belehrungen, hatte Heiko M. sich zu einem Geständnis durchringen können. An einem Sonntag Ende Juni vergangenen Jahres war er nachts in Lövenich in die Wohnung seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau eingedrungen und hatte mit einem Messer auf die arglos schlafende Frau eingestochen.
Bei ihrer heftigen Gegenwehr hatte Sie sich in den linken Daumen verbissen und dabei einen Zahn verloren. Anschließend flüchtete Heiko M. aus der Wohnung. Über Notruf hatte seine Frau Claudia die Polizei verständigen können. Ärzte retteten ihr in einer dramatischen Notoperation das Leben.

In seiner Urteilsbegründung machte Richter Horst Neumann deutlich, dass Heiko M. aus Eifersucht gehandelt hat: "Seine erdrückende Liebe war in Hass, Wut und Enttäuschung umgeschlagen. Deshalb wollte er seine Frau verletzten. Sie sollte die gleichen Schmerzen erleiden, die sie ihm zugefügt hat. Töten wollte er seine Frau nicht."

Drückende Schulden

Über die Jahre hatte die bedingungslose Liebe des Angeklagten, der, so Neumann, "mit 19 seine Traumfrau kennen gelernt hatte", große Risse bekommen, die nicht mehr zu kitten gewesen seien. Zu sehr hatte er seine Frau eingeengt, zu sehr drückten Schulden. Heimtückisch habe er den Plan in die Tat umgesetzt und dreimal derart hart zugestoßen, dass sich das lange Küchenmesser verbogen habe: "Er hat nach der Tat nichts getan, um seiner Frau zu helfen. Er hat sich für sich und gegen das Leben seiner Frau entschieden."