Erkelenz-Lövenich: Zartbitter aus Köln mit „Ganz schön blöd”

Erkelenz-Lövenich : Zartbitter aus Köln mit „Ganz schön blöd”

„Ganz schön blöd” fand Christine in dem gleichnamigen Theaterstück, das in der Nysterbach-Schule aufgeführt wurde, ihr Leben. Umgezogen in eine neue Wohnung, Angst vor dem ersten Tag in der neuen Schule und dann noch den „Teugel 2418” am Hals, der auf einmal aus einer Umzugskiste heraus auftauchte.

Gespielt wurde der himmlische Beschützernachwuchs, eine Mischung aus Engel und Teufel, von Jürgen Clemens. Er hat die Prüfungsaufgabe, ein Kind einen ganzen Tag lang zu beschützen, damit er ein richtiger Engel wird. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entlockt er Christine (Alexe Limbach) den Grund ihrer Traurigkeit: Sie wurde in der alten Schule von einer Clique tyrannisiert und hat Angst, dass es in der neuen genauso wird.

Als sie dann noch erfährt, dass der Bruder ihrer Freundin droht, heimlich geschossene Fotos von ihr per Handy zu verschicken, schreitet der Teugel ein. Er erklärt ihr den Unterschied zwischen petzen auf der einen und helfen auf der anderen Seite.

In einer Art TV-Spielshow bezogen die beiden Schauspieler die Kinder im Publikum in Christines Lernprozess ein. Dabei gingen sie mit viel Humor und spontaner Kreativität zur Sache. So wurde die Botschaft kindgerecht und leicht merkbar vermittelt.

Zu Hochtouren liefen sie an, als der Teugel mit Christines Stimme den Bruder ihrer Freundin zusammenstaucht und Selbstbewusstsein demonstriert. Zu guter Letzt bekommt er natürlich seine Flügel und Christine weiß endlich, wie sie sich in der Schule und im Leben gegen Anmache und Erpressung zur Wehr setzen kann.

Denn einem Erwachsenen oder einer Vertrauensperson Bescheid zu sagen ist der erste Schritt. Nach dem Stück gingen die beiden Darsteller noch ins Publikum und sprachen die Kinder direkt an.

Sie diskutierten und erklärten. Zum Beispiel, dass man die Blue-Tooth-Funktion zum Empfang von Bildern nicht ständig angeschaltet lassen und bestimmte Fotos einfach löschen sollte. Am Ende verteilten sie noch eine handliche Broschüre mit nützlichen Tipps und Telefonnummern an die Kinder Für die Produktion zeigte sich der Kölner Verein Zartbitter verantwortlich.

Der Verein tritt gegen den Missbrauch von Kindern ein und klärt auf, was man selbst tun kann. Gudrun Kledtke und Franz Heinrichs vom Kommissariat Aufklärung der Heinsberger Polizei waren auch zur Aufführung erschienen. Sie erläuterten den Eltern abends in der Kückhovener Schule, wie sie ihre Kinder schützen können.

Gerade durch eine umfassende Information könne dem Missbrauch wirkungsvoll begegnet werden, erklärten sie am Rande der Aufführung.