Gangelt: Zahntechnikermeister gewinnt Wettbewerb

Gangelt : Zahntechnikermeister gewinnt Wettbewerb

Ob Harald Schartau wohl Kronen im Mund hat, darüber hat der Langbroicher Zahntechnikermeister Wilfried Trepels noch nie nachgedacht.

Am Samstag könnte sich das ändern. Dann nämlich empfängt Trepels auf der Handwerksmesse in Köln aus den Händen des nordrhein-westfälischen Arbeits- und Wirtschaftsministers einen stolzen Preis.

Der 40-Jährige wird mit seinem zahntechnischen Labor als einer von drei Handwerksbetrieben aus ganz NRW für sein Engagement auf dem Sektor Informationstechnologie (IT) geehrt.

„In einer Zeit, in der man nur Negatives hört und liest, in der man für jede Mehrleistung einen mit der Schüppe übergebraten bekommt, ist das endlich mal etwas Erfreuliches”, ist Trepels sichtlich stolz über die Auszeichnung.

Der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) als Vertreter von rund 160.000 Betrieben im Land hatte im Sommer nach dem „IT-weiterbildungsfreundlichstem Handwerksbetrieb in NRW” gesucht - Trepels gehört zu den drei Gewinnern.

Seit fünf Jahren hat er sich im 500-Seelen-Ort Langbroich auf virtuelle Zahntechnik spezialisiert. Bei der so genannten CAD/CAM-Technologie werden die Grenzen der rein handwerklichen Arbeit weit überschritten: „Das ist Hightech.”

In Trepels Labor werden Kronen computerunterstützt absolut passgenau hergestellt. Dazu wird der Zahnstumpf per Laser gescannt: „Wir erfassen bis zu 30 000 Punkte für das Modell.”

Die Daten werden dann nach Schweden übermittelt, wo eine individuelle Kappe aus Industriekeramik hergestellt wird. Auf der wiederum bauen Trepels und seine fünf Angestellten die Krone auf. Das ist dann allerdings wieder Handwerk pur: „Eine Krone ist zu 100 Prozent Handarbeit.”

Selbstverständlich besitzt das Labor auch eine eigene Homepage - www.trepels-zahntechnik.de. Und da die Niederlande nur einen Katzensprung entfernt sind, ist sie gleich komplett übersetzt.

Neben dem Beweis, dass Handwerk und Hightech heutzutage Hand in Hand gehen, hat dem WHKT aber auch gefallen, wie rege sich der Betrieb an Fortbildungen beteiligt und sich im Verband unabhängiger Zahntechniker engagiert.

Mit 5000 Euro ist die Auszeichnung dotiert - und die sind schon längst verplant. „Das Preisgeld steht sozusagen bereits in Form neuer Hard- und Software hinten im Labor”, freut sich Trepels.

Denn nicht nur die Kenntnisse der Mitarbeiter müssen in Fortbildungen stets auf dem neuesten Stand gehalten werden, auch die Computertechnik im Labor muss mit dem Fortschritt mithalten.

So stehen den Zahntechnikern Fotos per Laptop zur Verfügung, um damit die Arbeit abzugleichen: „Der Zahnarzt nennt im Normalfall nur eine Farbe, beispielsweise A3.

So aber können wir beispielsweise Farbeinschlüsse, Lichtdurchlässigkeit, Verfärbungen ebenfalls berücksichtigen”, erklärt Trepels, der von der Vollkeramik-Technik per Computer flammend begeistert ist.