Kreis Düren: Zahl junger Steinkäuze nimmt rapide ab

Kreis Düren : Zahl junger Steinkäuze nimmt rapide ab

Die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) mit Sitz in Bad Münstereifel ist tief besorgt um die Zukunft des Steinkauzes in den Kreisen Düren und Euskirchen.

Die Region zählt mit rund 600 Brutpaaren zu den wenigen in Deutschland, in denen die bekannteste der 13 europäischen Eulenarten noch nicht ausgestorben ist.

Doris Siehoff aus Hürtgenwald, die für die EGE die Population mit Unterstützung von Klaus Frankenberg und Achim Schumacher in diesem Sommer gezählt hat, musste aber feststellen, dass die Zahl der erfolgreichen Bruten in beiden Kreisen um ein Drittel niedriger ausgefallen ist als noch 2008.

Zählten die Vogelschützer im vergangenen Jahr noch 105 Nester mit 304 Jungen, so reduzierte sich die Zahl nun auf nur noch 84 Bruten mit 208 Jungvögeln. „Diese Zahl ist zu gering, um den Rückgang der Art aufzuhalten”, befürchtet Doris Siehoff.

Der Steinkauz bewohnt vor allem das mit alten Obstbäumen bestückte Land am Rand der Dörfer. Er benötigt Baumhöhlen als Brutplatz, kurzrasige Wiesen und Weiden für die Jagd auf Mäuse, Nachtfalter und Regenwürmer. „Diese Lebensräume aber sind akut gefährdet”, betonen die Vogelschützer, dienen sie den Kommunen doch vor allem als Bauerwartungsland.

Die Liste der Dörfer ohne Steinkauz wird nach Angaben der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen immer länger. „In vielen Orten hat sich der Bestand in den letzten zehn Jahren halbiert”, fordert EGE-Geschäftsführer Wilhelm Breuer größeres staatliches Engagement. „Die Gemeinden sollten Steinkauzlebensräume vor neuen Baugebieten auf der grünen Wiese schützen.”

Und der Obstbaumbestand sei größtenteils überaltert und werde nicht ausreichend vor dem Verbiss des Weideviehs geschützt. Zudem befürchten die Vogelschützer, dass der Lebensraum des Steinkauzes weiter eingeengt wird, wenn sich mit dem Milchpreisverfall immer mehr Landwirte dafür entscheiden, Weide- in Ackerland umzuwandeln.

Neben dem Wegfall des Lebensraums gefährdet laut EGE aber auch der Verkehr den Bestand. Beim nächtlichen Jagen am Straßenrand kollidierten immer häufiger Vögel mit Autos. Für die schlechten Brutergebnisse in diesem Jahr machen die Vogelschützer auch das Wetter verantwortlich, vor allem den langen Winter, der den Tieren hart zugesetzt habe.

Dazu komme die wegbrechende Nahrungsgrundlage. Die Mäusepopulation sei laut EGE bereits 2008 zusammengebrochen und habe sich nicht mehr erholt.