„Zäsur für die Abfallwirtschaft im Kreis”

„Zäsur für die Abfallwirtschaft im Kreis”

Kreis Heinsberg. Von einer „Zäsur für die Abfallwirtschaft im Kreis” sprach Dezernent Josef Nießen von der Kreisverwaltung am Montag mit Blick auf den 1. Juni 2005.

Ab diesem Zeitpunkt wird der gesamte Haus- und Sperrmüll aus dem Kreis in der Müllverbrennungsanlage Weisweiler thermisch vorbehandelt, sprich verbrannt. Seit 2001 gilt dies bereits für Teilmengen. Das Zeitalter der Deponieablagerung wird bald endgültig beendet sein.

Am Montag wurde auf der Mülldeponie Gangelt-Hahnbusch der erste Spatenstich vollzogen für eine Abfallumschlaganlage. Nach grober Vorsortierung des Hausmülls wird dieser zukünftig von dort aus zur MVA transportiert. Zudem werden im Eingangsbereich der Deponie für Kleinanlieferungen von Abfall verschiedene Container bereit stehen.

Die Anlage selbst wird nach Darstellung von Nießen so errichtet und betrieben, dass Belästigungen für die Bevölkerung vermieden beziehungsweise so gut wie möglich minimiert würden. So werde eine Einhausung der Anlage erfolgen. Für die zügige Abwicklung der Transporte in Richtung Weisweiler komme dem aktuellen Umbau der Zufahrt auf die B221 am Bergerhof besondere Bedeutung zu. Dass der Betrieb der Anlage mit Anliefer- und Abfuhrverkehr verbunden sei, welcher die Ortslagen von Birgden und Gillrath berühre, sei unvermeidbar.

Nießen dankte Stadt Geilenkirchen und Gemeinde Gangelt für die zwar kritische, gleichwohl konstruktive Begleitung der Genehmigungsverfahren für die Anlage. Nießen betonte, das Straßenkonzept im Zusammenhang mit der B56n sehe auch den Neubau einer EK3 als Ortsumgehung von Birgden und Hatterath / Gillrath vor. Der Kreis werde die Realisierung dieser Straße mit Nachdruck vorantreiben.

Mit Planung, Bau und Betrieb der Abfallumschlaganlage ist die RWE Umwelt West GmbH beauftragt worden. Deren Geschäftsführer Bernfried Ahle sprach von einem wichtigen Baustein im Abfallwirtschaftskonzept des Kreises. In Hahnbusch werde künftig nach Entnahme von groben Störstoffen Haus- und Sperrmüll in größere Transportfahrzeuge umgeladen.

Es handele sich um eine Jahresmenge von rund 70.000 Tonnen. Die Halle wird einen umbauten Raum von 7500 Kubikmetern und eine Grundfläche von 700 Quadratmetern haben. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 750.000 Euro. Nach Ausschreibung ging der Bauauftrag an die Heinsberger Firma Frauenrath.

Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen erinnerte daran, dass zunächst das Einvernehmen mit der Planung verweigert worden sei, vor allem wegen zu befürchtender Verkehrsprobleme. Die Bezirksregierung habe das Vorhaben aber für genehmigungsfähig erklärt. Im Dialog mit dem Landrat sei versucht worden, möglichst viel zu erreichen beim Schutz vor Lärm- und Geruchsbelästigungen sowie in der Verkehrpslanung, wobei auch er die Hoffnung auf eine zeitgleiche Realisierung der EK3 mit dem Bau der B56n zum Ausdruck brachte. Eine solche Umschlaganlage müsse nun einmal sein und biete zumindest den Vorteil einer ortsnahen Entsorgung, so Tholen.