Heinsberg-Randerath: Zackiges Defilee begeistert die Zuschauer

Heinsberg-Randerath : Zackiges Defilee begeistert die Zuschauer

Von Kopf bis Fuß hatte sich Randerath auf das 16. Stadtmusikfest der Spielmannszüge prächtig herausgeputzt.

Mögen auch die Spielleute an Zahl den Musikvereinen unterlegen sein, an Eifer und Einsatz mangelt es ihnen nicht.

Festveranstalter war das Randerather Trommler- und Pfeifercorps, das kleinste im Stadtgebiet, das eine eigene Gastgeberrolle spielte. Dabei setzte es mehr auf die feinen und leisen Töne, gestaltete die Festmesse und untermalte später das Mottolied des Kirchenchores: Ein schöner Tag.

Der Vorstand will es weiter mit dieser Art kammermusikalischer und kirchlicher Musik halten und damit für sich werben. So wird gleichzeitig eine wichtige Brücke zu räumlich-geschlossenen Veranstaltungen gebildet.

Breitesten Raum nahm aber die Straßenmusik ein. Viele Zuschauer spendeten Beifall für das bunte Bild, den langen Aufzug mit 15 Einheiten und das zackige Defilee.

Besonders zeichnete sich das Corps aus Montfort/NL aus, das seinen Namen Exzelsior zu Recht trägt und bei keinem Wettbewerb leer ausgeht. In Randerath exerzierten die holländischen Gäste formvollendet die derzeit aktuelle Musik in Bewegung und gaben einen Vorgeschmack für Geilenkirchen.

Formationsbilder, Kehrtwendungen, sie alle wurden auf engstem Raum spektakulär vollzogen, dazu passend, vom Trommeln bestimmte Musik und beim Bühnenspiel sinfonische Klänge. In Randerath war man besonders stolz auf diesen Gast. Aus dem Stadtgebiet waren alle Spielmannszüge zugegen bis auf Straeten wegern der eigenen Kirmes und Lieck, das einen Trauerfall hatte.

Dazu kamen noch Lindern, das mit dem Musikverein Uetterath beim Aufzug die Festkapelle bildete, Wehr, das mit dem Bühnenspiel auf dem von Spielleuten und Besuchern bevölkerten Schulhof begann, sowie Bauchem, Havert und Saeffelen, wobei es sich um freundschaftliche Gegenbesuche handelte.

Mit den vielen Gastvereinen und deren Anhängern, die der Straßenmusik und dem Bühnenspiel die Treue halten, stand dieses Stadtmusikfest dem der Musikvereine um nichts nach, zumal das Wetter mitspielte. Sonnenschein und angenehme Temperaturen, waren ideale Bedingungen.

Der Gesamteindruck war, dass die Spielmannszüge trotz all ihrer Verschiedenheit auch für die Jugend attraktiv sind. Es imponierten die Corps aus Eschweiler, Kirchhoven und Waldenrath, schon von ihrer stattlichen Größe her. Dazu traten die Anstrengungen, es nicht bei der traditionellen Marschmusik zu belassen, sondern sich dem breiten Konzertrepertoire und darin auch der Exotik und Folklore zuzuwenden.

So wurde das Bühnenspiel für jeden zur Visitenkarte mit Nachweis von Vorliebe und Leistung sowie für die Zuhörer zum Kaleidoskop von Open-Air-Musik aller Art, wobei auf Bestform größten Wert gelegt wurde.

Mit den Bläsern gibt es im Stadtgebiet rund 1000 Musikanten, die jedem Fest ihren Charakter geben und die mit ihren geschlossenen Stadtfesten einmal im Jahr zwei Höhepunkte bilden. Nicht auszudenken, wenn es sie nicht mehr gäbe.