Hückelhoven: Würde wahren und Grenzen erkennen

Hückelhoven : Würde wahren und Grenzen erkennen

„Sie müssen auf den Menschen gucken, dann gelingt die Sterbebegleitung sehr gut.” Diesen Rat gab Sozialpädagogin Karin Stüßgen am Ende ihres anschaulichen und praxisnahen Vortrags „Sterbebegleitung, Tod und Trauer bei demenzkranken Menschen”.

Zu dem Vortrag hatte die Caritas-Pflegestation Erkelenz in Kooperation mit dem Altenheim St. Lambertus Hückelhoven ins Altenheim St. Lambertus eingeladen hatte.

Als wichtig befand die Referentin, die Würde des Kranken zu wahren, die Grenzen zu erkennen, auch die eigenen, die Ressourcen zu nutzen, die individuelle Wahrheit des Demenzkranken zu respektieren, seine Bedürfnisse wahrzunehmen und zu berücksichtigen sowie ihn einfühlsam zu begleiten.

Der Sterbeprozess bei einem demenzkranken Menschen sei wenig eindeutig, sagte Karin Stüßgen aus ihrer Erfahrung aus der Hospizarbeit heraus. Das Abschiednehmen beginne bereits dann, wenn der demenzkranke Angehörige seine Persönlichkeit verändere.

Die erste Reaktion der gesunden Angehörigen sei in der Regel, die Krankheit zu verleugnen. Erst wenn sie als unumkehrbarer Prozess akzeptiert werde, bestehe die Möglichkeit, sich in die veränderte Welt des Demenzkranken hineinzufühlen und ihn zu begleiten. „Es gibt kein Rezept für den Umgang mit Demenzkranken”, betonte Stüßgen.