Kreis Heinsberg: „Wohnen im Kreis Heinsberg“: 100 Teilnehmer bei Fachtagung

Kreis Heinsberg : „Wohnen im Kreis Heinsberg“: 100 Teilnehmer bei Fachtagung

Im Zuge des demografischen Wandels wird dem Kreis Heinsberg eine sinkende Bevölkerungszahl prognostiziert, aber die Zahl der älteren Einwohner soll deutlich steigen. Um die damit verbundenen Herausforderungen, um die Frage nach Gestaltungschancen für den örtlichen Wohnungsmarkt und um die Bedeutung von Wohnvierteln als Spiegel gesellschaftlicher Veränderungsprozesse ging es jetzt bei einer Fachtagung.

Sie wurde von der Stabsstelle Demografischer Wandel und Sozialplanung des Kreises Heinsberg in der Hauptstelle der Kreissparkasse in Erkelenz veranstaltet.

 Die Organisatoren der Fachtagung: Volkhard Dörr (r.) und Wilhelm Schulze von der Stabsstelle Demografischer Wandel und Sozialplanung.
Die Organisatoren der Fachtagung: Volkhard Dörr (r.) und Wilhelm Schulze von der Stabsstelle Demografischer Wandel und Sozialplanung.

Mit dieser Thematik hatten sich in den letzten Monaten mehrere Fraktionen des Kreistages und auch der Beirat für Generationenfragen als beratendes Gremium für die Politik gewidmet. Dabei war die Frage nach der Gründung einer Kreiswohnungsbaugesellschaft in den Fokus gerückt.

Der Einladung von Landrat Stephan Pusch zur Fachtagung waren rund 100 Teilnehmer gefolgt. Verantwortliche aus der Kommunalpolitik, von Institutionen der Bauwirtschaft und des Baugewerbes, aus Wirtschaft und Wissenschaft, Verwaltungsspitzen der Kommunen und des Kreises sowie Mitglieder des Beirates für Generationenfragen waren gekommen. Als Hausherr begrüßte das Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Heinsberg, Dr. Richard Nouvertné, die geladenen Gäste. Moderiert wurde die Veranstaltung von Regionalredakteur Dieter Schuhmachers.

Landrat Pusch wies in seiner Begrüßungsrede darauf hin, dass diese Fachveranstaltung Auftakt und Impuls sein solle für die weitere Behandlung des Themas Wohnen im Kreis Heinsberg und in der Folge eine Grundlage bilden solle für die Einleitung weiterer Entscheidungsprozesse. Er verwies darauf, dass bereits Anfang 2016 die Stabsstelle Demografischer Wandel und Sozialplanung in seinem Auftrag ein Strategiepapier zu der Thematik erstellt habe. Das Leitungsteam der Stabsstelle mit Volkhard Dörr und Wilhelm Schulze hatte die Tagung organisiert. Als erste Referenten führten sie in das Thema ein.

Mit den beiden Gastreferenten, dem Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Soziologie, Arbeit und Wirtschaft an der Ruhr-Universität Bochum, Prof. Dr. Rolf G. Heinze, Mitglied der Altenberichtskommission der Bundesregierung, sowie dem Geschäftsführer der Inwis Forschung & Beratung GmbH, Torsten Bölting, konnten zwei sachkundige und renommierte Experten für diese Fachveranstaltung gewonnen werden.

Nach den Referaten von Heinze zum Thema „Demografischer Wandel und altersgerechte Quartiere“ und von Bölting über „Kreis, Kommune, Quartiere: Regionale Zusammenarbeit und kleinräumige Handlungsansätze bei Herausforderungen des Wohnungsmarktes“ folgte eine Podiumsdiskussion mit den beiden Referenten sowie mit Bürgermeister Peter Jansen (Stadt Erkelenz), Sparkassen-Vorstandsmitglied Nouvertné und Landrat Pusch.

Der Bürgermeister betonte in seinem Beitrag den eigenverantwortlichen Ansatz jeder kreisangehörigen Kommune und beschrieb die Problematik fehlender Flächenbereiche für Bautätigkeiten, in Erkelenz insbesondere aufgrund des Braunkohlentagebaus. Zu mehreren Nachfragen aus dem Auditorium zur Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft nahmen sowohl Heinze als auch Bölting Stellung. Beide verwiesen darauf, dass die Gründung einer solchen Gesellschaft, egal ob privat, öffentlich oder genossenschaftlich, nur ein Element im Gesamtkontext sein könne und zudem kein Ansatz für eine unmittelbare oder zeitnahe Lösung auf dem Wohnungsmarkt im Kreis.

Der Landrat hob in seinem Resümee hervor, dass er eine differenzierte Betrachtung des Wohnungsmarktes und eine konkrete Analyse der Wohnbedarfe als richtige nächste Handlungsschritte betrachte. Entsprechend wolle er mit den Entscheidungsträgern der Kommunalpolitik und den Bürgermeistern die weiteren Wege erörtern. „Die Bedürfnisse aller Menschen im Kreis Heinsberg müssen bei allen zu treffenden Entscheidungen im Vordergrund stehen. Mir ist wichtig, dass sich jeder mitgenommen fühlt“, so Pusch.