Horst: Wohlwollend, aber nicht unkritisch

Horst : Wohlwollend, aber nicht unkritisch

Lass doch der Jugend ihren Lauf! heißt es in einer alten Volksweise.

Dieser Aufforderung folgt der Musikverein St. Josef grundsätzlich und besonders anlässlich seines 75-jährigen Bestehens in Verbindung mit dem 21. Stadtmusikfest. Nach eigenem Gusto veranstaltete er ein Jugendfestival.

Sieben Vereine waren der Einladung zum Jugendfestival in Horst gefolgt, zwei davon aus den Niederlanden, die Dirigent Ton Wilbers mitbrachte. Er selbst und sein Verein gingen mit gutem Beispiel voran.

Ad Lamerigts aus Horn schrieb allen eine Beurteilung nach den Kriterien Sauberkeit, Zusammenspiel, Technik, Rhythmus, Charakteristik . . ., grundsätzlich wohlwollend und positiv, aber nicht unkritisch. Schließlich sollte jeder Verein wissen, wo er steht.

Lamerigts, zum erstenmal in Deutschland, ist vor allem ein vielfach erprobter Solistenwertungsrichter. Persönlich war er verwundert über die hiesige breite Leistungsstreuung, weil in Holland die qualitative Nachwuchspflege dank staatlicher Kontrolle dichter beieinander liegt, während bei uns die Vereine auf sich gestellt sind.

Dennoch war es nicht nur für den Juror erstaunlich, wie sich die Vereine vehement in die Jugendarbeit knien und Ergebnisse aufweisen, die für ihn des Lobes voll waren. Hinzu kommt, dass diese Vereine sich auch öfter begegnen und den Vergleich suchen, obwohl es ohne Leistungsstress abgehen sollte.

Hoch motiviert und begeistert waren sie alle, ob sie nun aus kompletten Besetzungen nach dem Muster ihrer Stammvereine bestanden oder eher zufällig zusammen gewürfelt waren.

Höchstmaß an Motivation statt erdrückender Regularien

Die Nachwuchskräfte sollten ihr Repertoire aus Film, Musical, Pop oder Schlager selber auswählen, Hauptsache, die Stücke seien leistungskonform und altersgerecht. Das erhöht die Motivation. Es sollte ihnen kein Repertoire aufgezwungen werden. Damit mache man die beste Erfahrung.

Ungern wollte sich der Veranstalter in dieses Jugendfestival reinreden und sich nicht von Regularien erdrücken lassen. Darum entwickelte er seine eigenen Vorstellungen. Schließlich sind die Horster nicht nur ein 75 Jahre alter, sondern blutjunger Verein mit Priorität Jugendarbeit.

Vergleichbar stark waren auch die Jugendorchester aus Straeten mit Friedel Thevishen, Birgelen mit Michael Dilsen oder Karken mit Manfred Kamps. Zu ihnen gesellten sich die Jugendorchester aus Effeld mit Daniel Ramakers, Maasniel mit Gerard Bellmakers und Swalmen mit Sef Ewers, in deren Gefolge auch die Koninklijke Harmonie bzw. die Egerland-Formation nachrückten.

Jeder Verein spielte etwa eine halbe Stunde, und drei Stücke wurden bewertet. Ihre Anhänger sorgten für die nötige Resonanz.

Die Beurteilungen wiesen konkrete Wege für die Weiterarbeit auf. Peter Schippers, der Horster Jugendausbildungsleiter, zeigte sich mit dem Einsatz und den Leistungsergebnissen aller sehr zufrieden.