Erkelenz: Wittmann packt seine Zuhörer mit dem „Lenz”

Erkelenz : Wittmann packt seine Zuhörer mit dem „Lenz”

Als Wolfgang Wittmann die Bühne des „Burgh-Kellers” im Keller des Erkelenzer Cornelius-Burgh-Gymnasiums (CBG) betritt, ist es draußen bereits dunkel und zudem nass und kalt. Die letzten Ausläufer von „Kyrill” wehen noch durch den Erkelenzer Schulring und tragen zu der unwirtlichen Wetterlage bei.Doch nicht nur das Wetter ist an diesem Abend ungemütlich.

Auch was Wolfgang Wittmann dem Publikum zu sagen hat, ist in gewisser Weise dunkel und unangenehm. Wittmann rezitiert Georg Büchners „Lenz”. „Ein Dichter auf den Spuren eines Dichters” - unter diesem Untertitel rezitiert der Lehrer für Deutsch und katholische Religion am CBG, der es im übrigen gar nicht so gerne hat, wenn man seine Vorliebe für Lyrik und Literatur mit seinem Schulberuf in Verbindung bringt, Georg Büchners Erzählfragment.

Büchners Novelle entstand aus den Aufzeichnungen des Pfarrers Johann Friedrich Oberlin aus Waldersbach. Der hatte 60 Jahre, bevor Büchner seine Notizen in Straßburg fand, einen ungewöhnlichen Gast: Jakob Michael Reinhold Lenz, der den Ruf eines „seltenen Genies” hatte und unter einer ausgeprägten Psychose, einer Art von Schizophrenie litt.

Büchner fasste die Beschreibungen des Pfarrers in eine Novelle, die als die erste niedergeschriebene Psychologiestudie gilt. Gekonnt zieht Wittmann mit dieser packenden Geschichte das überschaubare Publikum des Burgh-Kellers in seinen Bann.