Städteregion: Wirtschaftsstudie: Politik drängt auf Maßnahmen

Städteregion : Wirtschaftsstudie: Politik drängt auf Maßnahmen

Eher für Unmut als freudige Zustimmung sorgte die „Wirtschaftsstudie Region Aachen 2017“, die jetzt im städteregionalen Ausschuss für Wirtschaft, Wissenschaft und Beteiligungen zur Diskussion stand.

Politiker aller Fraktionen hatten konkrete Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Wirtschaft erwartet, die sich aus der vom Zweckverband Region Aachen in Zusammenarbeit mit der Prognos AG verfassten Studie ableiten lassen. Doch die blieben im Vortrag von Elke Breidenbach vom Zweckverband ebenso wie in der Studie selbst eher vage. Konkretes zu den Bereichen, in denen die Region viel Potenzial für eine Weiterentwicklung hat — etwa in der Gesundheitswirtschaft, im Energie- und Logistiksektor — , soll im Laufe des Jahres erarbeitet werden, unter anderem bei vier Regionalkonferenzen, sagte Breidenbach. Im September dann soll der Zweckverband ein Konzept verabschieden.

„Vieles ist ja schon bekannt, es ist jetzt nur anders aufbereitet“, merkte SPD-Städteregionstagsabgeordneter Thomas Hartmann an. „Wichtig ist, dass jetzt konkrete Schritte folgen.“ Seine Kollegin Karin Schmitt-Promny (Grüne) fühlte sich gar gelangweilt, weil „viele Inhalte schon bekannt sind — seit langem“. Die Dynamik, die die Entwicklung des Streetscooters genommen habe, zeige zudem, „wenn etwas passiert, passiert es ohne Zutun der verkopften Region“.

Auch Dieter Wolf von der CDU kritisierte, dass es zwar immer wieder neue Analysen und Studien gebe, es aber nach wie vor an abgestimmten Zielen und daraus abgeleiteten Maßnahmen und Zeitpläne fehle. „Spätestens bis Mai müssten Ziele formuliert sein, daraus ergeben sich dann Lösungsansätze“, meinte Wolf. Laut Georg Helg (FDP) ist ein Hindernis, dass zu viele Akteure nebeneinander dasselbe tun wollen.

Das zumindest soll sich ändern. Laut Breidenbach solle es bei der Umsetzung von Handlungsempfehlungen eine stärkere Arbeitsteilung geben. „Wenn wir zum Beispiel wollen, dass Aachen Zentrum der Elektromobilität wird, müssen wir dafür ein Management haben. Eine arbeitsteilige Vorgehensweise könnte dann so aussehen: Die Region kümmert sich um das Thema Fachkräftesicherung, die Metropolregion um Ansiedlungen und die Stadt Aachen um Wohnungen für die Beschäftigten.“

Beim Stichwort Metropolregion, dem Zusammenschluss von 35 Kreisen, Städten und Verbänden im Großraum Aachen, Köln, Bonn, Düsseldorf, Krefeld, Wuppertal und Duisburg, zuckte Schmitt-Promny zusammen: „Bitte nicht von der Metropolregion träumen. Die befindet sich in einem tiefen Schlaf.“

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