Wirken von Dr. Theo Esser hat Kreis geprägt

Wirken von Dr. Theo Esser hat Kreis geprägt

Kreis Heinsberg. Oberkreisdirektor a. D. Theo Esser vollendet am Sonntag in seinem Geburtsort Hülhoven sein 80. Lebensjahr.

Als er am 30. September 1987 nach zwei Amtsperioden als Oberkreisdirektor in den Ruhestand verabschiedet wurde, waren sich die Redner einig: Das Wirken von Esser hat den Kreis Heinsberg geprägt.

Mit Einsatzbereitschaft, Eifer und Tüchtigkeit sowie Fachwissen fand er hohe Anerkennung. Er selbst beurteilte sein Berufsleben mit den Worten: „Ich habe in meinem reichen Berufsleben das Glück gehabt, viele Jahre in meiner Heimat wirken zu können. 27 Jahre in verantwortlicher Stellung als Kreisdirektor und Oberkreisdirektor habe ich mich für die Belange meiner Heimat mit aller Kraft einsetzen dürfen.”

Hülhoven privater Lebensmittelpunkt

Die Karriere wurde Esser allerdings nicht in die Wiege gelegt. Als ältestes von neun Kindern erblickte er in Hülhoven das Licht der Welt. Und Hülhoven blieb zeitlebens sein privater Lebensmittelpunkt. Dort besuchte er die Volksschule, dort lebt er heute noch in seinem Haus an der Gangelter Straße.

Mit 15 Jahren wurde er als Junghelfer in die Dienste der Reichsbahn gestellt, wo er bis 1941 als Arbeiter tätig war. Es folgte der Kriegsdienst bis 1945 und eine fast zehnmonatige Beschäftigung erneut bei der Bahn. Doch dann holte Theo Esser, inzwischen 24-jährig, auch schulisch einiges nach: Nach dem Besuch der Handelsschule in Aachen wurde er 1947 in die Unterprima des Kreisgymnasiums Heinsberg aufgenommen, wo er am 10. März 1949 die Abiturprüfung ablegte.

Von 1949 bis 1953 studierte er Philosophie und Rechtswissenschaften an der Universität Bonn. Die erste juristische Prüfung legte er 1953, die zweite 1957 ab. Es folgte 1962 die Promotion. Nachdem er schon von Mai 1946 bis April 1947 in Diensten des Kreises Geilenkirchen-Heinsberg gestanden hatte, führte ihn die Referendarzeit zur Kreisverwaltung Erkelenz.

Die weiteren Stationen waren das Landgericht Aachen (richterlicher Dienst), die Bezirksregierung in Aachen mit zwischenzeitlicher Abordnung zum Oberverwaltungsgericht Münster, bevor er 1960 in die Dienste des Selfkantkreises Geilenkirchen/Heinsberg trat Ñ zuerst als Kreissyndikus und von 1961 bis 1972 als Kreisdirektor.

Die Wahl zum Oberkreisdirektor des neuen Kreises Heinsberg mit Amtsantritt am 1. Oktober 1972 stellte den beruflichen Höhepunkt dar. In dieser Funktion brachte Esser vieles auf den Weg, wobei zunächst das Zusammenfügen der beiden ehemals selbstständigen Kreisteile den Schwerpunkt der Arbeit darstellte.

Herausragend waren die Fusion der Sparkassen zur Kreissparkasse Heinsberg, die Fusion der Kreiswerke Heinsberg mit der Kraftverkehr Erkelenz, die Gründung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg und der Ausbau der kreiseigenen Einrichtungen, insbesondere der Schulen und Museen.

Es waren weitere wichtige Weichenstellungen vorzunehmen, wie die Förderung des Fernstraßenbaus sowie die internationale Öffnung. Gerade diesem Bereich galt Essers Aufmerksamkeit, insbesondere der Zusammenarbeit mit den benachbarten Niederlanden im Rahmen der 1974 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Grenzland Kreis Heinsberg - Limburg.

In diese Zeit fiel auch die Begründung der Partnerschaft mit dem schottischen Midlothian (1973). Sein Augenmerk galt im gleichen Maße der Heimatpflege, wie sie nicht nur durch die Gründung der Volkskundlichen Arbeitsgemeinschaft gefördert wurde.

Heimatverbundenheit als Antriebskraft

Antriebskraft holte sich der Familienmensch Theo Esser - er ist verheiratet, hat fünf Kinder, vier Schwiegerkinder und 14 Enkel - immer wieder aus seiner starken Heimatverbundenheit. Vielen Wegbegleitern scheint es nicht vermessen, Esser rückblickend als „Baumeister des neuen Kreises” zu bezeichnen.

Dass unter seiner Führung das neue, markante Kreishaus in Heinsberg entstand, hat daher zusätzlich einen symbolischen Wert.