Kreis Düren: „Wir hören Rom, sind aber nicht hörig”

Kreis Düren : „Wir hören Rom, sind aber nicht hörig”

Nach dem Ausstieg der Katholischen Kirche aus der gesetzlichen Schwangerschaftskonfliktberatung fanden sich deutschlandweit Katholiken zusammen, denen es ein Anliegen war, eine am Schutz des Lebens orientierte und auf christlichen Werten basierende Konfliktberatung weiter zu ermöglichen.

Das Ziel der Beratungsarbeit des Vereins „Donum Vitae”, dessen Kreisdürener Gruppe vor sieben Jahren gegründet wurde, lautet satzungsgemäß, „die Frau zur Fortführung der Schwangerschaft zu ermutigen und ihr Perspektiven für ein Leben mit Kind zu eröffnen”. Die Arbeit des Vereins wurde oft von Vertretern der Amtskirche in Rom kritisiert.

„Ein neues Schreiben der Glaubenskongregation an die deutschen Bischöfe sorgt seit dem Frühjahr dabei für Verunsicherung. Bei uns gab es sogar deswegen schon Austritte”, berichtet Beate Nießen, die ehrenamtlich tätige Vorsitzende des Vereins. In dem Schreiben wird empfohlen, dass in „Donum vitae” Aktive weder kirchliche Ämter noch Funktionen in kirchlichen Räten ausüben sollen.

„Ich akzeptiere den Entschluss, aus der Konfliktberatung auszusteigen, halte ihn aber für falsch und lasse mir nicht die persönliche Gewissensentscheidung von der Glaubenskongregation abnehmen”, sprach Regionaldekan Hans-Otto von Danwitz jetzt ein klares Ja für die Beratungsarbeit des Vereins aus.

Gemeinsam mit Thomas Müller, dem Vorsitzenden des regionalen Katholikenrates, stärkte von Danwitz „Donum vitae” den Rücken. „Wir hören Rom, sind aber nicht hörig”, sagte Thomas Müller. Die „weit über die Scheinausgabe hinaus reichende hervorragende Arbeit” des Vereins sei notwendig und ohne Alternative. Ziel sei stets die Bewahrung des Lebens, doch müsse im Fall der Fälle auch die Entscheidung der Frau respektiert werden.

„Wir sollten als kritische Katholiken den Brief aus Rom als Anstoß nehmen, noch einmal darüber nachzudenken, ob wir selber genug für den Schutz des ungeborenen Lebens tun, ob wir uns nicht bislang viel zu wenig engagiert haben”, urteilte der Regionaldekan. Jede Mutter, die sich nach einer Beratung bei „Donum vitae” für die Geburt des Kindes entscheide, sei ein Erfolg für das von der Kirche gewünschte Ja zum Leben.