Winterkonzert von Eintracht Birgelen mit Kultcharakter

Winterkonzert von Eintracht Birgelen mit Kultcharakter

Hückelhoven / Wassenberg-Birgelen. Das Winterkonzert des Musikvereins Eintracht Birgelen in der Hückelhovener Aula hat „Kultcharakter”.

Es ist Garant hohen musikalischen Anspruchs für Besucherkreise selbst aus dem überregionalen Bereich und zugleich musikalisches Bindeglied für ungezählte Familien in einer intakten Ortsgemeinschaft. Das 27. Konzert unter Leitung von Willi Brudermanns und zugleich das 14. Konzert in Hückelhoven unter glücklichen akustischen und räumlichen Bedingungen bestätigte den „Kultcharakter”.

69 Mitglieder des großen Orchesters in idealer Besetzung und rund 35 Mitglieder des Jugendorchesters (von denen nicht wenige bereits Stammpositionen im großen Orchester einnehmen) bildeten die Basis für ein betont differenziertes Programm, das der sinfonischen Blasmusik nach internationalem Standard ebenso gerecht wurde wie den geschickt eingestreuten Highlights mit Hörgenuss und heimatverbundenen Weisen.

Die letzteren begannen mit dem exzellent gespielten Marsch „Jubelklang” von Ernst Uebel, dessen Notenmaterial der Orsbecker Freund und langjährige Bergkapellen-Posaunist Ewald Celler seinen Birgelener Freunden geschenkt hatte. Der gleiche Gedanke lag auch dem „Steigermarsch” zu Grunde. Er war zugleich eine Hommage an die gastgebende Stadt Hückelhoven.

Dass selbst die ganz frühe Wiener Operettenkost „Das Pensionat” von Suppé in einer Neueinstudierung einige Stolpersteine enthält, blieb dem aufmerksamen Ohr nicht verborgen. Wil van der Beek aus Haaren, der verdienstvolle Senior unter den Kapellmeistern im deutsch-niederländischen Grenzraum, hatte das schwierige, jeden „Wiener Schmäh” überspielende Arrangement für seine Birgelener Freunde arrangiert. Es bildete zugleich sinfonische „Einfühlung” in eine nordische Märchen-Saga von Soren Hyldgaard über den Märchendichter Hans-Christian Andersen.

Das Klangbild vom „edlen Dichter” und dessen phantastischen Gedanken bis zur zerstörten Illusion war keine leichte Kost für Orchester wie Zuhörer. Bläsersinfonisch war es ein Meisterstück. Vom Kontrast lebten auch die folgenden Stücke: Der antike Marsch „The Gladiator”, eine expressive Filmmusik á la „Ben Hur” - und schließlich der Hörgenuss „Don´t cry for me Argentina” nach Lloydt-Webber mit einem wunderschönen Flötensolo.

Diesem ersten Konzertteil war bereits der Auftritt des Jugendorchesters voraufgegangen. Zur allgemeinen Überraschung trat nicht Michael Dilsen ans Pult, sondern Marion Hendricks-Sanders. Sie vertrat ihren Kollegen Michael, der plötzlich erkrankt war, souverän: locker und mit Schwung in einem Programm, das Alt und Jung erfreute.

Der letzte Teil des Konzertes klang aus in einer mitreißenden Melange internationaler Highlights, wie der Komposition „Millenium” des österreichischen Filmkomponisten Otto Schwarz, arrangiert von Meister-Arrangeur Johan de Mey; der Selection vieler großer James-Bond-Titemusiken; der klangschönen „Highland-Cathedral” mit einem eindrucksvollen Dudelsack-Solo des extra aus Mettmann eingeflogenen Dudelsackpfeifers in einem Arrangement von Rolf Beckers, der jetzt Dirigent der neu gegründeten Bergkapelle Sophia-Jacoba Hückelhoven ist.

Die „Highland-Cathedrale” klang über in „Amanzing Grace”. Ganz zum Schluss dann der lebenssprühende „Orpheus in der Unterwelt” von Offenbach mit wunderschönen Soli der Klarinette (Silke Dilsen) und der Oboe. Die Melodien aus der „Belle Epoque” zeigten Optimismus und Zuversicht.

Die Schülerinnen Julia Jansen und Ruth Jansen vom Musikverein sagten das Konzert sehr instruktiv an. Vorsitzender Frank Kämpfer dankte vor allem den beiden Dirigenten Willi Brudermanns und Marion Hendricks-Sanders, aber auch der Stadt Hückelhoven für ihren langjährigen Nachbarschafts-Freundschaftsdienst. Der nicht enden wollende Beifall entsprach dem „Kultcharakter”.