Wegberg: Wilde” Kleber werden zur Kasse gebeten

Wegberg : Wilde” Kleber werden zur Kasse gebeten

Die Zeiten des wilden Plakatierens in Wegberg neigen sich ihrem Ende zu. Zukünftig werden sich die Veranstaltungsplakate in ordentlichen Rahmen präsentieren, die von einem professionellen Dienstleister bestückt werden.

Wer trotzdem noch „wild” klebt, muss mit einem Bußgeld von derzeit rund 30 Euro rechnen.

Vorangegangen war eine intensive Suche nach einer professionellen Lösung, um der Flut von Plakaten und Zetteln Herr zu werden, mit der auch die Vereine auf ihre Aktivitäten aufmerksam machen. „Es geht darum, ein ordentliches Erscheinungsbild zu erreichen”, erklärt Ulrich Lambertz, der sich im Namen der Verwaltung intensiv mit dem Thema beschäftigt hatte.

Nach ausgiebiger Suche wurde man bei dem Unternehmen „Schnelle Städtewerbung” im Paderborner Raum fündig. Deren Lösung besteht aus Leichtmetallrahmen im Format Din A1, in die ein- oder beidseitig Plakate eingeschoben werden können. Für die Innenstadt wurden beidseitig verwendbare Rahmen gewählt, die auch farblich zu den Straßenlampen passen, an denen sie befestigt werden. Einseitig nutzbare Metallrahmen werden außerhalb der Stadtmitte an den Maste angebracht.

„Insgesamt bieten die rund 90 Rahmen Platz für 140 Plakate”, so Lambertz. Die Hälfte der Plakatflächen wird den Wegberger Vereinen kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies war möglich geworden, weil die Stadt gegenüber dem Paderborner Unternehmen auf Pachtzahlungen verzichtet. Die Plakate können zukünftig im Rathaus abgegeben werden. Mitarbeiter des Unternehmens kümmern sich um die Anbringung.

Nach 14 Tagen werden die Plakate auch wieder entfernt. Eine Regelung, die nach Ansicht der Verwaltung auch den Vereinen entgegen komme. „Man braucht nicht mehr mit dem Kleistereimer im Auto herumzufahren”, so Lambertz. „Dafür werden die Plakate in einem attraktiven Rahmen ordentlich präsentiert.”

Sollten die zur Verfügung stehenden 70 Flächen nicht ausreichen, können weitere für 31 Cent pro Plakat und Tag angemietet werden. Wer darauf verzichtet und trotzdem weiter „wild” plakatiert, wird tiefer in die Tasche greifen müssen. Denn im Wiederholungsfalle droht ein Bußgeld von derzeit rund 30 Euro.

Zuerst hat man sich für eine 18-monatige Erprobungsphase entschieden. Die Info-Tafeln, die von den Vereinen in einigen Ortsteilen genutzt werden, bleiben von der neuen Regel ausgeschlossen. Auch Plakate, die in den Schaufenstern der Geschäfte hängen, bleiben von der neuen Regelung unberührt.

Die Vereine werden über die neuen „Rahmenbedingungen” beim Plakatieren informiert. In Zeiten des Wahlkampfes werden die Wegberger jedoch nicht auf den gewohnten Anblick von Plakatwäldern am Straßenrand verzichten müssen, da die Parteien mit ihren Plakaten auch weiterhin aus dem Rahmen fallen werden.