Heimbach: Werkschau der Kunstakademie Heimbach zeigt viele Möglichkeiten

Heimbach : Werkschau der Kunstakademie Heimbach zeigt viele Möglichkeiten

„Schönheit ist die vollkommene Übereinstimmung des Sinnlichen mit dem Geistigen“, definierte vor Jahrzehnten der österreichische Schriftsteller Franz Grillparzer den Begriff der Schönheit in der Kunst. Demnach existiert Schönheit im künstlerischen Schaffen nur, wenn die Realität, die Wahrheit mit den Ideen des Künstlers eine Einheit bildet.

Der Direktor der „Internationalen Kunstakademie Heimbach, Professor Dr. Frank Günter Zehnder, machte in seiner Laudatio zur 55. Werkschau im Rahmen des Akademiefestes seines Hauses diese Aussage Grillparzers zu seinem Leitfaden.

„When The Saints Go Marching In“ spielte die Band „Tador Four“ diese dank Louis Armstrong bekannt gewordene Komposition in einer Redepause, entschleunigend und beeindruckend. „Dieses Lied ist eine Hommage an alle Künstler“, erklärte Prof. Zehnder, „deren Schöpfungen hier in den Ausstellungsräumen hängen.“ In diesem Kurs hätten sich Schüler und Dozenten getroffen, bei denen sich Aktivität und Kreativität zu einer exzellenten Mischung gefunden hätten.

Professorin Gerlinde Gschwendter aus Graz habe — so konnten die zahlreichen Besucher nachempfinden — die Teilnehmer ihres Kurses von der Welt der Dinge über die Reduktion zur Abstraktion geführt. Das Ziel von Wolf Bertram war, seinen Anbefohlenen die Liebe zur Ölmalerei, einer Technik, die eine Menge Geduld erfordert, nahezubringen. Dozent Jürgen Reiner zeigte seiner Gruppe den Unterschied des Malens mit Wasserfarben und der Aquarellmalerei.

Die Collagen von Doris Maile und ihren Schützlingen, bunt und kräftig daherkommend, demonstrieren in der Seitenansicht eine Dreidimensionalität.

Claudia Kallscheuers Kunstschaffen ist in seiner Kombination recht ungewöhnlich, aber überraschend attraktiv. In der Akademie hängen Werke, die unter der Kategorie „Textile Kunst“ einzuordnen sind. Eine Technik, die bei den Kursteilnehmern gut angekommen ist, ist das „Malen mit der Nähmaschine“.

Gutes Bild

Und ein Fotograf, Hans Helle, zeigte den Männern und Frauen, wie man mit einer Kamera ausgerüstet zu einem guten Bild kommt. Frank Günter Zehnder fasste zusammen, was Kunst ausmacht. „Kunst braucht das Erfassen der Wirklichkeit, ein Welt voller Ideen und eine gute Technik“, resümierte der Laudator.

Das Akademiefest bot jedoch noch mehr. Führungen durch die Ateliers in der Burg waren beliebt, für Kinder war auf dem Grünhof ein Spielmobil aktiv. Hier und da ließen sich Dozenten bei ihrem Schaffen über die Schulter schauen. Den ganzen Tag spielte — wie schon erwähnt — die Band „Tador Four“, teilwiese nach Musikwünschen der Gäste.

Der Abschluss des sonnigen Tages fand auf dem Grünhof statt. Bunt gewandete Gäste, die sich angemeldet hatten, speisten an einer langen Tafel auf dem Grünhof. Überschrift „Diner en couleur“ — ein buntes Abendessen. Begleitet wurde das Essen von Lothar Meunier mit Musette-Weisen auf dem Akkordeon und mit Chansons.

Bürgermeisters Peter Cremer, in Personalunion auch zweiter Vorsitzender des Trägervereins, hatte des Akademiefest mit einer kurzen Begrüßung eröffnet.