„Wer Risikofaktoren kennt, der kann vorbeugen”

„Wer Risikofaktoren kennt, der kann vorbeugen”

Kreis Heinsberg. Schnelle Hilfe im Falle eines Falles ist wichtig beim Thema Herzinfarkt, aber ebenso wichtig ist auch der Aspekt der Vorbeugung.

Dr. Willibert von Berg, niedergelassener Internist und Kardiologe aus Heinsberg, gehört am kommenden Mittwoch, 5.November, um 17 Uhr in der Aula des Hückelhovener Gymnasiums zu den Referenten bei der zentralen Veranstaltung im Kreis aus Anlass der Herzwoche.

Ein Herzinfarkt ereignet sich nicht aus heiterem Himmel. Den plötzlichen Herztod zu vermeiden bedeutet, dem Herzinfarkt vorzubeugen - und dies ist durchaus möglich. Dazu gehört allerdings ein Grundwissen über die Ursachen. „Es gibt gewisse Gewohnheiten, belegt durch Untersuchungsbefunde, die die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt erhöhen”, erklärt dazu Dr.Willibert von Berg.

Rauchen, erhöhte Blutfette, Diabetes, Bewegungsmangel

Von Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die Risikofaktoren. „Wer die Risikofaktoren kennt, die einen Herzinfarkt begünstigen, der kann auch vorbeugen”, verweist der Internist und Kardiologe auf die möglichen Ursachen wie zum Beispiel Rauchen, erhöhte Blutfette, Diabetes (Zuckerkrankheit) und auch Bewegungsmangel.

So würden neueste Studien zeigen, dass gerade das Übergewicht und der Bluthochdruck in den letzten Jahren stark an Bedeutung zugenommen hätten. Wenn diese Faktoren dann auch noch in Kombination auftreten würden, erhöhe sich dieses Risiko. Das Wissen um die Risikofaktoren sei aber eben zugleich der mögliche Einstieg in die Vorbeugung.

Als Beispiel dafür nennt der Mediziner das Übergewicht. „Gerade das Übergewicht ist nicht nur beim Herzinfarkt ein markanter Risikofaktor, sondern auch Ursache vieler weiterer Erkrankungen, da es eine chronische Entzündungsreaktion im Körper begünstigt”, klärt der Kardiologe auf. Das Übergewicht fördere außerdem die Entstehung eines Diabetes sowie eines erhöhten Blutdruckes.

„Bei der Behandlung geht man heutzutage neue Wege. Man verzichtet auf unsinnige Diäten und schlägt statt dessen ganzheitliche Therapiekonzepte ein, die unter anderem aufwändige Schulungsprogramme beinhalten. Sie führen bei hoher Bequemlichkeit zur Beseitigung von ungünstigen Essgewohnheiten.

Sie helfen Diätfehler zu vermeiden und beugen gezielt Mangelerscheinungen vor. Nicht die kurzfristige Gewichtsreduktion, sondern der Langzeiterfolg ist das Ziel”, macht er Betroffenen Mut, den Versuch zu wagen, mit entsprechender kompetenter Hilfe die eigene Ernährung auf kaloriengerechte Kost umzustellen. Damit werde zugleich das Risiko der Herzerkrankung vermindert.

Weltweit sterben jährlich etwa 15Millionen Menschen an der Hypertonie (Bluthochdruck) und deren Folgeerkrankungen. Rund 16 Millionen Deutsche leiden an dieser Erkrankung - dies sind immerhin etwa 20 Prozent der Bevölkerung. Zahlen, so Dr. Willibert von Berg, die zum Nachdenken Anlass geben sollten.

Mit der Ernährung verknüpft ist auch der Cholesterinspiegel. Cholesterin ist zwar ein unentbehrlicher Bestandteil der menschlichen Zellen und stellt das Grundgerüst für viele Hormone, doch kommt es dabei auch auf die Konzentration im Körper an. Ein erhöhter Cholesterinspiegel im Blut ist ein wichtiger Faktor, der das Auftreten eines Herzinfarktes fördert. Auch dieser Wert wird wiederum in starkem Ausmaß durch die Essgewohnheiten bestimmt.

„Man sollte lernen, mit Stress richtig umzugehen”
„Außerdem sollte man lernen, mit Stress richtig umzugehen”, spricht der Arzt einen weiteren Risikofaktor an, der nicht selten ebenfalls auf die Essgewohnheiten Einfluss nimmt. Wenigstens zweimal in der Woche 20 bis 30 Minuten körperliche Bewegung sind das Minimum, denn damit wird nicht nur die Lebensqualität verbessert, sondern auch die Lebenserwartung.

Mehr Tipps und ausführlichere Informationen zur Vorbeugung des Herzinfarktes gibt es am kommenden Mittwoch beim Vortrag von Dr.Willibert von Berg im Rahmen der Herzwochen-Veranstaltung in Hückelhoven.

Sonderheft der Deutschen Herzstiftung

Eigens zur Herzwoche hat die Deutsche Herzstiftung ein neues Sonderheft herausgegeben. In der Broschüre „Herzinfarkt: Jede Minute zählt!” erfahren Interessierte alles, was sie über den Herzinfarkt wissen müssen.

Die Broschüre gehört zum Informationspaket, das außerdem einen Risikotest, einen Gesundheitspass und die Notfallkarte enthält und gegen 1,44 Euro in Briefmarken angefordert werden kann. Die Bestelladresse lautet: Deutsche Herzstiftunge.V., Vogtstraße 50, 60322 Frankfurt/Main.