Wer hat Feldhamster in der Region gesehen?

Wer hat Feldhamster in der Region gesehen?

Kreis Heinsberg. Früher war er ein verbreiteter Schädling in der Landwirtschaft im Rheinland, der Feldhamster, auch Kornwolf genannt. Auch wenn er Hamster heißt, hat er mit den beliebten Gold- und Zwerghamstern wenig gemeinsam.

Er ist etwa so groß wie ein Meerschweinchen und lebt nicht im Haus, sondern draußen auf dem Feld, auch heute noch in einigen Gebieten im Rheinland. Dort sammelt er für den Winter, den er in seinem tiefen, unterirdischen Bau verschläft, Getreide und andere Feldfrüchte. Daneben frisst er aber auch Würmer, Schnecken, Insekten und sogar kleine Mäuse, ist also durchaus auch ein Freund des Landwirts.

Dies gilt erst recht, da der Feldhamster heutzutage viel seltener ist als noch vor wenigen Jahrzehnten. Er ist sogar so selten geworden, dass er in der Roten Liste der in Nordrhein-Westfalen gefährdeten Säugetiere in der Kategorie 1 („vom Aussterben bedroht”) geführt wird. Für ganz Deutschland wurde er als stark gefährdet eingestuft.

Das Artenhilfsprogramm Feldhamster Nordrhein-Westfalen erfasst die vorhandenen Hamsterlebensräume in NRW und versucht, die dort lebenden Hamster zu schützen. Als Art der offenen Landschaft ist der Feldhamster auf die Landwirtschaft angewiesen.

Entsprechend werden Landwirte mit attraktiven Programmen vom Land NRW unterstützt, hamsterfreundlich zu wirtschaften. Auch für die Meldung von Hamsterbauen können Landwirte eine Meldeprämie erhalten, wenn der Fund von den Biologen des Hilfsprogramms bestätigt wird.

Aktuell sind in NRW Feldhamster-Vorkommen in nur noch drei Kreisen bekannt. Das Artenhilfsprogramm sucht daher im Rheinland nach weiteren Beobachtungen und altbekannten Vorkommen des Feldhamsters. Die weiß-braun gescheckten, etwa meerschweinchengroßen Tiere mit schwarzem Bauch und kurzem Schwanz sind kaum zu entdecken, da sie eher nachts unterwegs sind.

Besser sind ihre Baue zu finden. Man erkennt sie an großen Erdauswürfen und einem bis mehreren Löchern mit einem Durchmesser von etwa sechs bis acht Zentimetern und einer Tiefe von mindestens 40 Zentimetern.

Neben aktuellen Meldungen ist das Artenhilfsprogramm auch interessiert an alten Funden von Hamstern, Verkehrsopfern und Präparaten aus der Region, deren Herkunft sich belegen lässt.

Das Artenhilfsprogramm Feldhamster Nordrhein-Westfalen wird koordiniert von der NABU-Naturschutzstation Haus Wildenrath, Naturparkweg 2, 41844 Wegberg. Es ist zu erreichen unter 02432/902740, wegen der laufenden Untersuchungen aber eher mobil unter 0170/1183502. Dort können Beobachtungen gemeldet und weitere Informationen erfragt werden.