Wenn Umzug, dann ins ganze Gebäude

Wenn Umzug, dann ins ganze Gebäude

Erkelenz (an-o) - Bettina Herbst, Vertreterin des Lehrerkollegiums der Kreismusikschule, kritisiert den geplanten Umzug der Musikschule. Sie glaubt nicht, dass die Qualität und das Angebot der Schule nach dem Stand der Planung erhalten bleiben kann.

Standen im alten Gebäude zehn Zimmer für den Musikunterricht zur Verfügung, müssen sie sich im KWH-Gebäude mit nur fünf Räumen begnügen. "Das hieße, dass wir den Platz bis jetzt gar nicht benötigt hätten. Tatsache ist aber, dass wir bereits heute in verschiedene Schulen ausweichen mussten, um die große Nachfrage nach Musikunterricht erfüllen zu können", schreibt Bettina Herbst in einer Stellungnahme.

Mit einem Umzug in das kleinere Gebäude wäre die Musikschule noch mehr als bisher von den allgemeinbildenden Schulen abhängig. Dort reicht allerdings die Räume vor allem in der Mittagszeit nicht aus. Häufig wird um diese Zeit noch unterrichtet. Unttericht in den Abendstunden sei jedoch aus organisatorischen Gründen nicht möglich und vor allem kleine Kinder und Schülern mit weiter Anfahrt nicht zumutbar.

Ensembles müssen proben

Außerdem werde die Probenarbeit der Ensembles durch zuviele Unterrichtsorte wesentlich erschwert. Flexible Probenmöglichkeiten und uneingeschränkter Zugang zu Unterrichtsräumen sei wichtig. "Vor allem vor Konzerten ist es unabdingbar, wenn unsere Ensembles, sicherlich ein Aushängeschild der Musikschule, auch weiterhin in gewohntem Umfang Veranstaltungen in der Öffentlichkeit musikalisch bereichern sollen."

Herbst weist darauf hin, dass das Gebäude in der Graf-Reinald-Straße erst umgebaut werden müsste, damit jeder Schüler ungestört vom Nachbarn Musizieren kann. "Bis jetzt befinden sich lediglich dünne "Papptrennwände" zwischen den Zimmern. Wurden diese notwendigen Umbaukosten in der Planung berücksichtigt?", fragt sie.

Wunsch: Eigenes Gebäude

Falls ein Umzug bereits beschlossene Sache sei, fordere das Lehrerkollegium nicht nur einen Umbau der Räume, sondern auch, das gesamte KWH-Gebäude beziehen zu können, damit die Musikschule eine zentrale Anlaufstelle erhält. So könnte der größte Teil der Unterrichtsstunden an einem Ort stattfinden.

"In der Schulstadt Erkelenz muss es möglich sein, der Musikschule ein eigenes Gebäude zur Verfügung zu stellen, mit dem sich die Schülerinnen und Schüler identifizieren können, und in dem musikalische Veranstaltungen ohne zeitliche und organisatorische Einschränkungen stattfinden können", ist Herbst überzeugt.

Fördern, nicht erschweren

Sie erinnert an die positiven Effekte von Musikunterricht auf die Lern- und Konzentrationsfähigkeit von Kindern. "Gerade im Licht der wenig erfreulichen Resultate der PISA-Studie sollte die Arbeit der Musikschule auf bestmögliche Weise gefördert und nicht erschwert werden. Die Musikschule ist - wie der Name schon sagt - eine Schule und darf nicht als Schule zweiter Klasse behandelt werden."