Wendehals als Vorsitzender?

Wendehals als Vorsitzender?

Noch herrscht Ruhe an der politischen Front in Hückelhoven. Vordergründig zumindest. Die ursprünglich für Mittwoch vergangener Woche geplante Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurde gestrichen.

Mangels Masse: Es gab nichts, worüber die Damen und Herren Stadtverordneten hätten beraten können. Eine wichtige Personalie allerdings steht am Donnerstag zur Entscheidung: Da wird der/die Vorsitzende des neuen Jugendhilfeausschusses gewählt. Die CDU wird Roland Müller installieren (wollen).

Der hat sich in einer Fraktions internen Abstimmung gegen Hildegund Wilkop, die CDU-Expertin in Sozialfragen, durchgesetzt. Gerade Roland Müller ist denen, die sich immer für ein städtisches Jugendamt stark gemacht haben - und das waren nicht nur Mitglieder der SPD-Fraktion - in ausgesprochen schlechter Erinnerung: Müller war derjenige, der - auch in Leserbriefen in den "Nachrichten" - vehement die Entscheidung der CDU gegen ein eigenes Jugendamt verteidigte. Und der heftigst gegen das Volksbegehren für das Jugendamt polemisierte. Ausgerechnet er, ein Wendehals in Sachen Jugendamt also, soll jetzt dem Ausschuss, der eine konstitutionelle Säule des neuen Amtes ist, um das er nicht ge-kämpft, sondern das er be-kämpft hat, vorstehen!? D

er/die Vorsitzende allerdings wird von allen Mitgliedern des Ausschusses gewählt, also auch von denen der freien Träger. Wie die sich verhalten, weiß auch die CDU nicht. Aber nach allem, was man hört, wenn man denn hinhört, wäre Hildegund Wilkop eine Vorsitzende, die "man" akzeptieren würde. Auch wenn sie in der eigenen Fraktion keine Lobby hat. Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses sind nicht parteipolitisch gebunden. Sie sollten Sachentscheidungen treffen. Eine Chance für Wilkop.