Erkelenz: Weltweit Stärke zeigend im Verbund

Erkelenz : Weltweit Stärke zeigend im Verbund

Fünfte Etage: Die Fahrstuhltüren öffnen sich. Der Blick vom obersten Stockwerk des Verwaltungsgebäudes von Hegenscheidt-MFD über das Erkelenzer Land ist herausragend.

In ihrer Beschaffenheit genauso herausragend sind auch die massiven Produkte des Werkzeugmaschinen-Herstellers, der auf dem Automobil- und Eisenbahn-Sektor eine führende Rolle innehat.

Nicht zu vergessen die Produktionsstätten selbst: mechanische Fertigung, Montagehalle, Ausbildungswerkstatt, Magazin und weitere Gebäudetrakte.

Aus nächster Nähe zu betrachten waren sie für die Bevölkerung am Samstag, beim Tag der offenen Tür. Selbst die Büroräume standen Neugierigen offen.

Wo normalerweise eher technischer Sachverstand dominiert, sorgten Firmeninhaber Dr.Hans-Jürgen Naumann und Geschäftsführer Herbert Feldewert sowie die für die Organisation verantwortlichen Mitarbeiter auch für unterhaltsame Attraktionen.

Spielmobil und Hüpfburg für die kleinen Besucher, Getränke und Snacks für Hungrige sowie Livemusik fehlten nicht.

Auf absolute Präzision kommt es an, manchmal auf ein Tausendstel eines Millimeters. Im Feinmessraum, einem abgetrennten Bereich in der mechanischen Fertigung, wacht Maschinenschlosser Michael Borgmann über die Qualität von Maschinenbauteilen. Ein unersetzlicher Helfer: die 3D-Koordinaten-Messmaschine.

Punkt für Punkt überprüft ein Abtaster die Abmessungen der Einzelteile. Abweichungen von den Konstruktionsplänen werden nicht geduldet. Konstant 20Grad Celsius herrschen hier. „Wegen der Messgenauigkeit”, erklärt Borgmann. Draußen surren Maschinen.

Hegenscheidt-MFD ist Teil der Niles Simmons Hegenscheidt Gruppe. Der Firmenverbund operiert weltweit: zwei Produktionsanlagen in den USA, zwei in Deutschland; neben Erkelenz die Niles-Simmons-Industrieanlagen GmbH in Chemnitz.

Dazu kommen Vertriebs- und Servicebüros in China, Mexiko, Australien, Südafrika und Russland. Weitere in Indien und Brasilien sind geplant.

Eine gleichartige Strategie, eine Multiproduktstruktur und sich ergänzendes Know-how ermöglichen es der NSH-Gruppe jetzt, im Automobilbereich komplette Kurbelwellen-Bearbeitungsanlagen zu entwickeln.

Auch bei der Eisenbahn-Radsatz-Herstellung ergeben sich vorteilhafte Ergänzungspotenziale.

Projekte in einer Größenordnung von mittlerweile 40 bis 60 Millionen Euro benötigen eine entsprechend hohe Vorfinanzierung.

„Es kann sicher gesagt werden, dass keine der Einzelfirmen derartige Finanzvolumen allein hätte bewältigen können”, eröffnete Firmeninhaber Dr. Naumann Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft.

Deutschland sei immer noch eines der stärksten Industrieländer der Welt und auf dem Sektor des Maschinenbaus die Nummer 1 in Sachen Export. „Der weltweite Bedarf an Maschinenbau-Produkten ist wachsend”, so Naumann. Es bleibe zu hoffen, dass die weltweite Wirtschaft bald wieder einen Aufschwung erlebe.

Bei einer Gesamtbelegschaft von ungefähr 750 Mitarbeitern kann der Firmenverbund einen Umsatz von 155Millionen Dollar vorweisen. Profit bedeute jedoch nicht alles, betonte der Firmenchef in einem Pressegespräch.

„Es ist auch wichtig, dass Sie ein Unternehmen in seiner Substanz erhalten, damit es möglichst lange existieren kann.” Er trage schließlich Verantwortung für seine Mitarbeiter.

Einen hohen Stellenwert räumt Naumann auch der Ausbildung junger Menschen ein: Zwölf neue Azubis werden im September in Erkelenz aufgenommen. Dann verfügt Hegenscheidt-MFD über insgesamt 24 Auszubildende.