Erkelenz: Welt von gewaltigen Dimensionen

Erkelenz : Welt von gewaltigen Dimensionen

„Glückshormone erfüllen meinen ganzen Körper und ich fange an zu träumen: Afrika!”, heißt es gleich zu Beginn in dem Buch von Adolf-Josef Gillrath „Afrika im Herzen”, dessen erstes Kapitel „Pole Pole Bwana” heißt.

Afrika sei mehr als nur ein Kontinent mit 54 Ländern, schwärmt der gebürtige Erkelenzer, der seit 1998 mit einer Kenianerin verheiratet ist.

Das Land beschreibt er als eine sehr eigene Welt von gewaltigen Dimensionen. Immerhin erstreckt es sich 8000 Kilometer vom Norden bis Süden und 7600 Kilometer vom Westen nach Osten. „Eine Landesfläche von 582 647 Quadratkilometern.”

Was ihn wohl erwarten werde, auf einem solch gewaltigen Kontinent, fragt er sich selbst in seinem Buch, in dem der 1946 in Erkelenz geborene Afrika-Fan persönliche Annäherungen an den schwarzen Kontinent, mit dem Schwerpunkt Kenia/Ostafrika, in verschiedener Weise schildert.

Das ganze Buch basiert auf seinen Empfindungen, Beobachtungen, Erlebnissen und Reisen durch den schwarzen Kontinent sowie auf den Auseinandersetzungen mit Afrikanern und der überwältigenden Natur.

Er selbst bezeichnet es als einmaliges Glück, „eine andere Kultur kennen gelernt zu haben, die ich mit einer Ostafrikanerin vom Stamme der Kamba seit vier Jahren lebe”.

Seit 1987 reist Adolf-Josef Gillrath regelmäßig nach Afrika. Der Kontinent hat ihn dabei immer wieder so sehr fasziniert, „ja zutiefst beeindruckt”, dass schließlich ein Buch entstand.

Mit diesem Buch möchte Gillrath mit Lebensformen von Afrikanern im In- und Ausland bekannt machen und vor allem zum Nachdenken über falsche Klischees anregen.

Darüber hinaus will er die Bereitschaft bei jedem Einzelnen wecken, sich auf sein jeweiliges Urlaubsland einzustellen und es zusammen mit den Einheimischen zu genießen. „Dann sollten die Touristen Botschafter des eigenen Landes im Ausland werden, um nicht ständig die leider zu häufig zur Schau gestellte Primitivität einiger Touristen in der Öffentlichkeit ertragen zu müssen”, meint Gillrath.

Dabei denke er an Geldprotzerei, Trink- und Essgelage und übertriebene Angeberei ebenso wie an die Missachtung der lokalen Sitten und Bräuche durch zu freizügige Kleidung. Dies sei eine unbedachte Respektlosigkeit gegenüber der muslimischen Bevölkerung.

„Mein Buch soll speziell Interesse an das Urlaubsland Kenia wachrufen, die ostafrikanische Sprache grob anreißen und sympathisch machen, aber auch weniger schöne Eigenschaften erläutern”.

Für seinen Traum „Afrika” ging Gillrath sogar im Alter von 44 Jahren noch einmal zur Schule. Beim Deutschen Entwicklungsdienst (DED) lernte er 1990 die Sprache Ostafrikas, das Kiswahili.

In „Afrika im Herzen” erfährt der Leser nicht nur vieles über Kenia, wie Land und Leute, sondern auch über den afrikanischen Tourismus, Korruption und Sextourismus. Interessant ist auch der kurze Einblick in die ostafrikanische Sprache, das Kiswahili.

Das erste, was Gillrath bei seiner Ankunft in Afrika, an einem der überfüllten Schalter der Pass- und Einreise-Kontrollboxen zu hören bekam, war „Pole Pole Bwana, Hakuna Haraka” (langsam mein Herr, keine Eile).

Wer diesen Satz in Afrika nie zu hören bekommen habe, der sei auch nicht da gewesen, behauptet der Autor.