Weite und Unendlichkeit

Weite und Unendlichkeit

Wegberg (an-o) - Bis Anfang November sind in der Galerie Passepartout Radierungen und Ölgemälde des belgischen Künstlers Francis Méan ausgestellt. Zur Vernissage konnte Bürgermeisterin Hedwig Klein den international anerkannten Maler und seine Ehefrau begrüßen.

Vor einem interessiertem Publikum bedankte sich die Bürgermeisterin bei Johannes Donner, dem Inhaber der Galerie, zunächst dafür, dass er einen so rennomierten Künstler wie Francis Mean nach Wegberg geholt habe. Gut vorbereitet und mit hoher Sachkenntnis führte sie dann ein in die Vita des Künstlers und in sein Werk.

Francis Méan ist 1952 in Liége geboren und studierte dort an der Ecole Supérieure des Beaux Arts St. Luc. Seit 1977 machte er sich durch viele Ausstellungen außerhalb seines Heimatlandes einen Namen und wurde vor allem durch seine Zyklen "Genesis", "Hiob" und "Eden" weit über Belgien hinaus bekannt.

Genaues Hinsehen wichtig

Bei vielen seiner Bilder, die schwerpunktmäßig von der Kultur der Ägypter und Babylonier beeinflusst seien, falle auf, dass sie einer Dreiteilung folgen, so Hedwig Klein. Stets werde Landschaft interpretiert - oft in gigantischen Bereichen - , gleichzeitig Kultur und Zivilisation und immer auch der Mensch im Verhältnis dazu.

Hier allerdings sei genaues Hinsehen wichtig, um den Menschen in den von Méan dargestellten Dimensionen des Weltalls überhaupt zu entdecken und dann zu erkennen, wie klein und unbedeutend innerhalb der Gesamtschöpfung der Mensch sei.

Weite und Unendlichkeit

In seinen Bildern will der Künstler Weite und Unendlichkeit darstellen und den Betrachter miterleben lassen, wie aus dem anfänglichen Nichts die gesamte Schöpfung entstanden ist, die des Menschen eigentlich überhaupt nicht bedarf. Technik und Farben sind dabei für ihn nur Mittel zum Zweck, um Gigantisches zu zeigen.

Mit seinen eindrucksvollen Metaphern und seiner Sprachgewalt ist das Alte Testament für ihn eine dauernde Quelle der Herausforderung, in seinen Bildern eine Ahnung zu vermitteln von den Dimensionen der ewigen Schöpfung und der bedeutungslosen Größe des Menschen, der verloren wäre, wenn er nicht den Glauben als Richtschnur und Anker hätte. "Die gewaltige Gesamtheit der Schöpfung, die sowohl das Gute wie das Böse enthält, übersteigt das Fassungsvermögen der menschlichen Vorstellungskraft", so Francis Méan.