Wegberg: „Wegberger Ansichten” locken Schaulustige

Wegberg : „Wegberger Ansichten” locken Schaulustige

Malerei soll in erster Linie dazu dienen, Schönheit und Harmonie bildlich darzustellen und auf diese Weise das Auge des Betrachters zu fesseln.

Doch wenn sie es darüber hinaus schafft, Aspekte der Realität aus einer anderen Perspektive zu zeigen und dadurch Diskussionen zu entfachen, erfüllt sie einen weitaus bedeutsameren Zweck.

So sah es Bürgermeisterin, Hedwig Klein die im Foyer der Kreissparkasse Wegberg die Ausstellung „Wegberger Ansichten” eröffnete.

Mit rund 40 teils sehr außergewöhnlichen Gemälden, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit der Stadt und dem Wegberger Umland auseinandersetzen, ist diese ungewöhnliche Exposition gleichzeitig auch ein bedeutsames Zeugnis der regionalen Geschichte.

In Öl, Aquarell und durch besonders hervorstechende Bleistiftzeichnungen wird den Besuchern noch bis zum 4. Oktober ein bunter Querschnitt durch die letzten vier Jahrhunderte präsentiert.

Besonders beeindruckte jedoch ein von der Wegberger Stadtverwaltung eigens zur Verfügung gestelltes Portrait einer jungen Frau, deren Identität sich nur soweit definieren ließ, dass klar wurde, dass sie der Familie von Hatzfeldt entstammt, die über diverse Verwandtschaftsverhältnisse eine Verbindung zur Stadt Wegberg aufweisen konnte.

Nicht zuletzt deswegen zog das Gemälde als größtes und ältestes Exponat der Ausstellung alle Blicke auf sich.

Durch Nachforschungen hatte sich nämlich herausgestellt, dass das wertvolle Portrait einer Serie von insgesamt acht Familienportraits entstammt, von denen aber nur noch zwei im Rahmen der Recherche des Historischen Vereins der Stadt Wegberg auffindbar waren.

Neben dieser Rarität ernteten aber auch die Werke von Albert Meyer große Bewunderung. Sein enormes künstlerisches Können belegt eine Reihe von diversen Gemälden, die teils Wegberger Bürger, jedoch ebenso zahlreiche Landschaftsansichten der hiesigen Region zeigen.

Den 1975 verstorbenen Maler verbindet darüberhinaus noch eine ganz besondere Beziehung zu Wegberg - so war er von 1933 bis 1945 Bürgermeister der Stadt.

Doch auch die weiteren 14 Maler, deren Werke in der Ausstellung in einzelnen Fällen zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, können größtenteils auf eine Wegberger Vergangenheit zurückblicken, wie etwa Hubert Plücken, der nach wie vor in seinem Heimatdorf Arsbeck lebt.

Folglich spiegeln eine Vielzahl der Bilder eine besonders persönliche und emotionale Verbindung der Maler zu den abgebildeten Subjekten wider, die sich sicherlich in erster Linie nur von ortsansässigen Bürgern vollkommen nachvollziehen lässt.

Nichtsdestotrotz ist die vom Historischen Verein Wegberg in Zusammenarbeit mit der Kreissparkasse der Stadt organisierte Ausstellung allen zu empfehlen, die hochwertige Kunst direkt vor der Haustür erleben wollen und sich für die damit verknüpfte Geschichte der Region interessieren.