Wegberg: Wegberg: Unendliche Geschichte findet ihr Ende

Wegberg : Wegberg: Unendliche Geschichte findet ihr Ende

Der „Zeugungsvorgang” war schon extrem ungewöhnlich: Über 30 Jahre hat er gedauert und mehrere „Väter” und „Mütter” verschlissen.

Die Unsittlichkeit des Geschehens hält sich jedoch in Grenzen, denn ist hier die Rede vom neuen Bürgerforum der Stadt.

Am Samstagabend war es endlich soweit: Wegbergs Vereine und Bürgerschaft konnten ihr „Baby” endlich guten Tag sagen. Mit einem wahren Mammutprogramm beglückten die Vereinigten Vorstände das erfreute Publikum.

So vital soll es nach dem Willen der Wegbereiter auch in Zukunft weitergehen. „Feiern Sie in diesem Hause, beleben Sie dieses Hause, auf das es lange steht”, riet Michael Kandziora, Sprecher der Vereinigten Vorstände, allen Gästen.

Es sei ein großer Tag für die Vereine, so Kandziora. 37 Jahre habe das Ringen um eine Begegnungsstätte angedauert. Na, wenn das nicht ein Grund zum Feiern war... „Eine tolle Bühne, ein toller Saal, ein tolles Publikum!”

Moderator Günter Mirbach, nebenbei Sitzungspräsident der KG Flöck op, brachte die Sache pointiert auf den Punkt: „Nicht nur bei Michael Ende, auch bei uns geht heute eine unendliche Geschichte zu Ende...”

Die lange Zeit der Veranstaltungen in wenig anheimelnden Turnhallen und anderen Provisorien sei nun endgültig vorbei. Eine pragmatische Denkweise zeichnet das „Glaubensbekenntnis” von Bürgermeisterin Hedwig Klein aus: „Wat mott, dat mott; wat kütt, dat kütt.”

Was „kütt”, müsse aber auch irgendwie bezahlt werden, erinnerte Klein. Die Halle gehöre ab sofort der Bürgerschaft Wegbergs - nicht als Eigentum, sondern vielmehr als Ort der Geselligkeit.

„Bleiben Sie dieser Halle gewogen, akzeptieren Sie sie, feiern Sie, soviel Sie können.” Aufsehen erregend: Die Eröffnung des Forums erfolgte stilecht mit dem Einzug des Trommlercorps Schwalmtal-Merbeck, des Musikvereins Klinkum sowie weiterer Vereine.

Die planerische Weitsicht der Architekten zahlte sich aus, denn glücklicherweise bot die geräumige Bühne allen Repräsentanten ausreichend Platz.

Neben der Bürgermeisterin und Ehrenbürgermeister Fritz Jakobs gab es noch einen weiteren Schirmherren: Professor Matthias Seckler, Bürgermeister a.D.

Er zeichnete zusammen mit Karl Bertrams vom Historischen Verein verantwortlich für einen der humoristischen Knalleffekte des kurzweiligen Abends.

Im originalen Wegberger Platt rezitierten sie höchst hilfreiche Lebensweisheiten. Aber Vorsicht: Nur für Insider! Dank sprach Moderator Mirbach dem Initiator des Bürgerbegehrens zum Bau einer Halle, Karl Küppers, stellvertretend für alle engagierten Wegberger, aus.

Der jedoch winkte ab und gab den Dank postwendend weiter. „Die Unterschriften von 5000 Menschen haben dafür gesorgt, dass Druck auf Rat und Verwaltung ausgeübt wurde.”

Sozusagen das Motto der Feierlichkeiten formulierte der Männergesangverein: „Wochenend und Sonnenschein, mehr brauch ich nicht zum Glücklich sein”

Letzteres traf zwar nicht auf den Sonntag zu, doch das durchwachsene Wetter trübte keinesfalls die gute Stimmung beim Tag der offenen Tür.

Den Beginn des abwechslungsreichen Programms gestalteten das Trommlercorps Schwalmtal-Merbeck, der Spielmannszug Arsbeck-Büch und der Musikverein Patria aus Mönchengladbach-Neuwerk.

„Wir machen das heute ganz locker vom Hocker”, versicherte das dynamische Moderatorenduo Günter Arnolds und Sonja Rotter eingangs. Der förmliche Teil des Wochenendes sei jetzt vorbei.

Während auf die kleinen Besucher unter anderem eine Hüpfburg, eine Torwand und eine „elektrische Tigerente” als Pendant zum elektrischen Stier warteten, zog es die Älteren eher zu den illustrierten Informationsständen des Historischen Vereins und des Kommissariats Vorbeugung der Polizei.

Selbstverständlich stand es allen Gästen frei, das Bürgerforum ausgiebig zu erforschen. Weitere Programmpunkte wie eine Podiumsdiskussion, eine Modenschau und die Rockband „Past Nine” durchzogen den Nachmittag.